Die Versorgungslücke bezeichnet die Differenz zwischen dem letzten Nettoeinkommen und den Renteneinkünften im Ruhestand. Für Ärztinnen und Ärzte ist diese Lücke oft größer als erwartet, weil das Einkommen im aktiven Berufsleben deutlich über dem Durchschnitt liegt und die gesetzlichen Versorgungssysteme nicht vollständig kompensieren.
Fehler 1: Nur die Versorgung durch das Versorgungswerk einrechnen
Viele Ärzte verlassen sich ausschließlich auf das ärztliche Versorgungswerk als Altersabsicherung. Dabei wird übersehen, dass die tatsächliche Rentenhöhe von der eingezahlten Beitragssumme, dem Kapitalertrag und dem Renteneintrittsalter abhängt. Wer früh in Elternzeit geht, Teilzeit arbeitet oder längere Unterbrechungen hat, erhält deutlich weniger als prognostiziert. Die Versorgungslücke wird dadurch regelmäßig unterschätzt.
Fehler 2: Inflation und steigende Lebenshaltungskosten ignorieren
Eine häufige Fehlkalkulation besteht darin, die zukünftige Kaufkraft der Rente nicht um die Inflation zu bereinigen. Bei einer durchschnittlichen Inflationsrate von zwei Prozent verliert Geld über 30 Jahre erheblich an Wert. Wer heute 3.000 Euro monatlich für den Ruhestand einplant, braucht in 30 Jahren real etwa das Doppelte, um denselben Lebensstandard zu halten.
Fehler 3: Steuerliche Belastung im Rentenalter unterschätzen
Viele Ärzte planen ihre Altersvorsorge auf Bruttobasis und vergessen, dass Renten aus dem Versorgungswerk und aus privater Vorsorge im Alter zunehmend steuerpflichtig sind. Der Besteuerungsanteil von gesetzlichen und berufsständischen Renten steigt bis 2040 auf 100 Prozent. Die tatsächlich verfügbaren Nettomittel im Ruhestand fallen dadurch oft deutlich geringer aus als kalkuliert.
Fehler 4: Keine Einbeziehung von Vermögenswerten und Verbindlichkeiten
Eine vollständige Berechnung der Versorgungslücke muss alle Einnahmequellen und Verpflichtungen berücksichtigen: Mieteinnahmen, Kapitalerträge, laufende Kredite, Unterhaltsleistungen und mögliche Pflegekosten im Alter. Wer diese Posten außer Acht lässt, hat kein realistisches Bild seiner tatsächlichen Situation.
Ärzteversichert erstellt für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte eine individuelle Versorgungslückenanalyse und empfiehlt geeignete Vorsorgeprodukte, die auf die berufsständischen Besonderheiten zugeschnitten sind.
Fazit
Die korrekte Berechnung der Versorgungslücke ist die Grundlage jeder soliden Altersplanung. Wer typische Rechenfehler vermeidet, die Inflation einbezieht und alle Einkommensquellen realistisch bewertet, kann frühzeitig gegensteuern. Ärzteversichert unterstützt Sie dabei mit fundierter Beratung.
Quellen:
- Bundesärztekammer: Versorgungswerk
- Bundesministerium der Finanzen: Rentenbesteuerung
- Deutsche Rentenversicherung: Altersrente
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