Die Honoraroptimierung für Arztpraxen kennt verschiedene Ansätze, die sich je nach Kassenanteil, Fachgruppe und Patientenstruktur unterschiedlich eignen. Ein Vergleich der wichtigsten Strategien hilft, die für die eigene Praxis passende Methode zu identifizieren.
Strategie 1: Optimierung der GKV-Abrechnung (EBM)
Für Praxen mit hohem Kassenanteil steht die vollständige Ausschöpfung des EBM im Vordergrund. Konkrete Maßnahmen: regelmäßige Überprüfung der Abrechnungsziffern auf vollständige Erfassung, Nutzung von Qualitätszuschlägen und Zusatzpauschalen, Inanspruchnahme von KV-Beratungsangeboten zur Abrechnungsoptimierung sowie Vergleich der eigenen Abrechnungsquoten mit dem Fachgruppendurchschnitt der KV.
Strategie 2: GOÄ-Optimierung für Privatpatienten
Praxen mit hohem Privatanteil profitieren am stärksten von einer systematischen GOÄ-Optimierung. Wichtige Stellhebel sind: korrekte Steigerungsfaktoren mit vollständiger Begründung, vollständige Erfassung aller erbrachten Analogleistungen, strukturierte Überprüfung der Abrechnungen durch eine spezialisierte Abrechnungsstelle sowie Schulung des Praxisteams zur korrekten Leistungserfassung.
Strategie 3: IGeL-Portfolio aufbauen
Für Praxen, die ihren Umsatz bei gesetzlich Versicherten steigern wollen, bieten IGeL-Leistungen einen direkten Ansatz. Voraussetzung ist eine patientengerechte Kommunikation, klare schriftliche Vereinbarungen und ein IGeL-Leistungsportfolio, das zur Praxis und zu den Patientenbedürfnissen passt. Der IGeL-Monitor der GKV liefert Informationen über Nutzen und Risiken einzelner Leistungen.
Kosten-Nutzen-Analyse je Strategie
EBM-Optimierung erfordert vor allem Schulungsaufwand und Softwareunterstützung. GOÄ-Optimierung setzt fachkundiges Abrechnungspersonal und Dokumentationsqualität voraus. IGeL-Einführung erfordert Beratungskapazitäten und patientenrechtliche Absicherung. Der Aufwand sollte vor der Umsetzung mit dem erwarteten Mehrerlös abgewogen werden.
Fazit
Welche Honorar-Optimierungsstrategie 2026 am besten zu einer Praxis passt, hängt von der Patientenstruktur, dem Fachgebiet und dem vorhandenen Ressourcen ab. Eine Kombination aller drei Ansätze ist oft am effektivsten. Ärzteversichert berät zur Absicherung von Honorarausfällen durch geeignete Praxisversicherungen.
Quellen:
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