Die Entscheidung, als angestellter Arzt in einem MVZ zu arbeiten oder selbst eine MVZ-Beteiligung einzugehen, erfordert sorgfältige rechtliche, finanzielle und berufsethische Überlegungen. Diese Praxistipps geben Orientierung.

Tipp 1: Anstellungsvertrag im MVZ genau prüfen

Ärzte, die sich für eine Anstellung in einem MVZ entscheiden, sollten den Arbeitsvertrag sorgfältig von einem Fachanwalt für Medizinrecht prüfen lassen. Wichtige Punkte sind: Vergütungsmodell (Fixum, Leistungsbonus, Zielvereinbarungen), Regelungen zu Weisungsgebundenheit bei medizinischen Entscheidungen, Wettbewerbsverbote nach Vertragsende, Kündigungsfristen und Regelungen zur Berufshaftpflicht.

Tipp 2: Eigene Berufshaftpflicht klären

Im MVZ ist häufig eine Gruppenberufshaftpflicht des Trägers vorhanden. Angestellte Ärzte sollten prüfen, ob diese den persönlichen Haftungsschutz vollständig abdeckt oder ob eine eigene Police sinnvoll ist. Insbesondere bei der Frage, wer im Schadensfall direkt in Regress genommen werden kann, ist Klarheit wichtig. Ärzteversichert berät zur Haftpflichtgestaltung im MVZ-Kontext.

Tipp 3: Beteiligungen an MVZ rechtssicher gestalten

Wer sich als Arzt an einem MVZ beteiligen möchte, braucht eine klare Gesellschaftervereinbarung. Regelungen zu Entscheidungskompetenzen, Ausschüttungen, Informationsrechten und Abfindungsregelungen beim Ausscheiden müssen klar definiert sein. Minderheitsbeteiligungen bieten wenig Einfluss, wenn keine vertraglichen Schutzklauseln bestehen.

Tipp 4: Regulierungsänderungen im Blick behalten

Der Gesetzgeber arbeitet an Änderungen der MVZ-Regulierung. Ärzte, die in MVZ tätig sind oder Beteiligungen halten, sollten die legislative Entwicklung verfolgen. Änderungen der Trägerschaftsregelungen können bestehende Strukturen grundlegend verändern. Eine enge Beratung durch einen auf Arztrecht spezialisierten Anwalt ist empfehlenswert.

Tipp 5: Berufsidentität und Selbstbestimmung im Blick behalten

Ärztinnen und Ärzte, die in einem Investoren-MVZ arbeiten, stehen unter dem potenziellen Druck, wirtschaftliche Vorgaben mit medizinischer Qualität in Einklang zu bringen. Das Recht auf medizinisch unabhängige Entscheidungen ist im Berufsrecht der Ärzte verankert und schützt vor Weisungen, die medizinisch nicht vertretbar sind. Diesen Schutz aktiv einzufordern, ist ein legitimes und wichtiges Recht.

Fazit

MVZ-Tätigkeit bietet Chancen, erfordert aber sorgfältige rechtliche Absicherung und ein klares Bewusstsein für berufsethische Grenzen. Ärzteversichert unterstützt Sie bei der Gestaltung eines optimalen Versicherungsschutzes für Ihre Tätigkeit im MVZ.

Quellen:

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