Das ärztliche Versorgungswerk ist für die meisten Ärzte in Deutschland obligatorisch, aber nur wenige nutzen die vorhandenen Gestaltungsmöglichkeiten aktiv. Mit einigen gezielten Maßnahmen lässt sich die spätere Rentenhöhe deutlich beeinflussen. Dieser Beitrag gibt konkrete Praxistipps für das Jahr 2026.

Tipp 1: Beitragshistorie prüfen und Lücken schließen

Jedes Versorgungswerk ermöglicht es Mitgliedern, eine aktuelle Renteninformation anzufordern. Darin werden die bisher eingezahlten Beiträge und die daraus resultierenden Anwartschaften ausgewiesen. Ärzte sollten diese Information mindestens einmal jährlich anfordern und auf Lücken prüfen. Fehlzeiten durch Elternzeit, Auslandsaufenthalte oder Phasen ohne ärztliche Tätigkeit können in vielen Versorgungswerken durch freiwillige Beitragsnachzahlungen ausgeglichen werden.

Tipp 2: Befreiung von der gesetzlichen Rentenversicherung rechtzeitig beantragen

Angestellte Ärzte, die neu in ein Beschäftigungsverhältnis eintreten, sollten innerhalb der gesetzlichen Fristen die Befreiung von der gesetzlichen Rentenversicherungspflicht beantragen. Versäumnisse können rückwirkend kaum korrigiert werden. Die Befreiung erfolgt durch Antrag beim zuständigen Rentenversicherungsträger, begleitet von einer Mitgliedsbescheinigung des Versorgungswerks.

Tipp 3: Zusatzbeiträge und freiwillige Einzahlungen nutzen

Viele Versorgungswerke erlauben freiwillige Mehrbeiträge über den Pflichtbeitrag hinaus. Insbesondere in einkommensstärkeren Jahren ist dies eine steuerlich attraktive Möglichkeit, die spätere Rente aufzustocken. Die Beiträge sind im Rahmen der Höchstgrenzen als Sonderausgaben abzugsfähig.

Tipp 4: Versorgungswerk und private Altersvorsorge kombinieren

Das Versorgungswerk allein reicht für die meisten Ärzte nicht aus, um den gewohnten Lebensstandard im Alter zu halten. Ergänzende Maßnahmen wie private Rentenversicherungen, Immobilien oder ETF-Portfolios sind sinnvoll. Ärzteversichert berät Ärzte dabei, ihre Gesamtversorgung strukturiert zu planen und aufeinander abzustimmen.

Fazit

Wer das Potenzial des Versorgungswerks kennt und aktiv gestaltet, legt den Grundstein für eine solide Altersvorsorge. Nutzen Sie die Informationsangebote Ihres Versorgungswerks und holen Sie professionelle Beratung ein.

Quellen:

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