Die schrittweise Liberalisierung von Cannabis in Deutschland hat für Arztpraxen direkte Konsequenzen. Ärzte müssen die neuen rechtlichen Rahmenbedingungen kennen, um Patientenanfragen korrekt zu bearbeiten und Haftungsrisiken zu vermeiden.
Rechtliche Grundlagen nach der Legalisierung
Seit Inkrafttreten des Cannabisgesetzes (CanG) sind Besitz und Konsum von Cannabis für Erwachsene unter bestimmten Voraussetzungen erlaubt. Für medizinisches Cannabis gelten weiterhin besondere Regeln. Ärzte können cannabishaltige Arzneimittel auf Betäubungsmittelrezept (BtM-Rezept) verordnen, wenn eine medizinische Indikation vorliegt.
Die Bundesärztekammer und die KBV haben Leitlinien zu Indikation, Dosierung und Dokumentation herausgegeben. Ärzte sollten diese Empfehlungen kennen und in ihrer Dokumentation berücksichtigen.
Haftungsrechtliche Aspekte
Bei der Verordnung von medizinischem Cannabis gelten dieselben Sorgfaltspflichten wie bei anderen Arzneimitteln. Eine sorgfältige Anamnese, die Prüfung von Kontraindikationen und eine lückenlose Dokumentation sind Pflicht.
Besonders sensibel ist die Verordnung bei Patienten mit psychiatrischen Vorerkrankungen oder bei jungen Erwachsenen, wo Cannabis-Risiken besonders hoch sind. Eine unzureichende Aufklärung oder fehlerhafte Indikationsstellung kann zu Haftungsansprüchen führen.
Was Praxen praktisch beachten sollten
Schulen Sie Ihr Praxisteam zu den neuen Regelungen. Legen Sie praxisinterne Standards fest, nach denen Cannabis-Anfragen bearbeitet werden. Stellen Sie sicher, dass Ihre Berufshaftpflicht auch für die Verordnung von Cannabis-Arzneimitteln ausreichend Schutz bietet.
Ärzteversichert prüft auf Anfrage, ob Ihr Versicherungsschutz diese Risiken abdeckt.
Fazit
Die Cannabis-Legalisierung stellt Arztpraxen vor neue Herausforderungen. Wer rechtlich sicher aufgestellt ist und seinen Versicherungsschutz kennt, kann Patientenanfragen kompetent bearbeiten.
Quellen:
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