Blog · Ärzte versichert
Finanzstruktur in 5 Schritten: So organisieren Ärzte Absicherung, Liquidität und Vermögensaufbau
Schritt 1: Inventur (1–2 Stunden)
Sammle alles an einem Ort:
- Policen/Verträge inkl. Beiträge & Laufzeiten
- Depots, Kosten, Allokation
- Kredite inkl. Zinsbindung & Sondertilgung
- Steuerbescheide / BWA / Gehaltsabrechnungen (je nach Status)
Ziel: Transparenz. Kein Optimieren.
Schritt 2: Existenzrisiken schließen (Fundament)
Priorität:
- Berufsunfähigkeit (Definitionen, Tätigkeitsbild, Nachversicherung, Dynamik)
- Haftpflicht (privat + beruflich; Praxis inkl. Angestellte, realistische Deckung)
- Krankenversicherung (als Lebensentscheidung, nicht Preisentscheidung)
- Familie (Einkommensabhängigkeit, Risikoabsicherung)
Schritt 3: Liquidität & Cashflow-Steuerung
Das ist der Hebel, den Ärzte oft unterschätzen.
- Notfallreserve: privat und betrieblich getrennt
- Kontenlogik: Gehalt/Entnahmen, Steuertopf, Rücklagen, Konsum, Invest
- Planbare Entnahmen statt „was übrig bleibt“
Schritt 4: Vermögensaufbau passend machen
Bevor du Produkte wählst:
- Ziel & Zeithorizont (Ruhestand, Praxisverkauf, Immobilie, Familie)
- Risikofähigkeit vs. Risikowille (nicht verwechseln)
- Kosten & Steuern verstehen (Depotkosten, Produktkosten, Besteuerung)
Schritt 5: Governance & Review (damit es nicht wieder zerfällt)
Setze einen Standard:
- 1 Finanz-Ordner (digital), der auch in 5 Jahren lesbar ist
- 1 Review-Termin pro Quartal (30 Minuten)
- 1 Maßnahmenliste (max. 5 Punkte), klare Verantwortlichkeiten
30-Tage-Plan (realistisch)
- Woche 1: Inventur
- Woche 2: Priorisieren
- Woche 3: Entscheiden
- Woche 4: Umsetzen & dokumentieren
Häufiger Fehler
Parallel an allem arbeiten (BU, PKV, Immobilie, ETF, Praxisfinanzierung) → das erzeugt Chaos.
Besser: eine Baustelle nach der anderen, immer in der Reihenfolge.
Weiterführend (intern)
- Grundlagen: Was ist Finanzstruktur?
- Entscheidung: PKV vs. GKV
- Klartext: Warum wir Steuer-Abkürzungen nicht empfehlen