Die Vermögensnachfolge ist für Ärzte besonders komplex, weil neben privatem Vermögen häufig eine Praxis oder Beteiligung an einer Gesellschaft geregelt werden muss. Dieser Beitrag erklärt die wichtigsten Grundlagen.

Erbschaft versus Schenkung

Vermögen kann entweder durch Erbschaft nach dem Tod übertragen werden oder durch Schenkung zu Lebzeiten. Beide Wege unterliegen dem Erbschaft- und Schenkungsteuerrecht. Ein wesentlicher Unterschied: Bei Schenkungen können die persönlichen Freibeträge alle zehn Jahre neu genutzt werden. Wer frühzeitig beginnt, Vermögen zu übertragen, spart erhebliche Steuerbeträge.

Praxisnachfolge: besondere Anforderungen

Die Übertragung einer Arztpraxis an Nachfolger ist komplex. Approbationsrechtliche Anforderungen müssen erfüllt sein. Kassenarztsitze können nicht frei vererbt werden, sondern müssen im Nachbesetzungsverfahren neu vergeben werden. Eine frühzeitige Praxisnachfolgeplanung gibt mehr Zeit und Handlungsspielraum.

Testament und Erbvertrag als Gestaltungsmittel

Ein Testament regelt, wer was erbt. Ein Erbvertrag zwischen Eheleuten oder mit potenziellen Nachfolgern schafft rechtliche Verbindlichkeit. Für Ärzte mit Praxis empfiehlt sich die Kombination aus Testament und Gesellschaftsvertrag, der den Praxisübergang regelt.

Pflichtteilsrechte und familiärer Ausgleich

Auch wenn kein Testament besteht oder jemand übergangen wird, haben Kinder und Ehegatte einen Pflichtteilsanspruch. Dieser beträgt die Hälfte des gesetzlichen Erbteils und kann nur in engen Grenzen eingeschränkt werden. Bei der Nachlassplanung müssen Pflichtteilsansprüche stets mitgedacht werden.

Ärzteversichert empfiehlt, die Vermögensnachfolge regelmäßig zu überprüfen und professionelle Beratung einzubeziehen.

Fazit

Frühzeitige Planung ist der Schlüssel zu einer reibungslosen Vermögensnachfolge. Ärzte sollten Testament, Schenkungen und Praxisnachfolge gemeinsam betrachten und regelmäßig anpassen.


Quellen:

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