Das Praktische Jahr (PJ) markiert den Übergang vom Studium zur klinischen Praxis. In dieser Phase behandeln PJ-Studierende erstmals eigenverantwortlich Patienten – unter Aufsicht, aber mit realen Haftungsrisiken. Gleichzeitig endet häufig die Familienversicherung in der GKV. Diese Checkliste zeigt Ihnen, welche Absicherungen im PJ unverzichtbar sind.
Die Checkliste
- Krankenversicherung prüfen: Mit Vollendung des 25. Lebensjahres oder bei Aufnahme einer Vergütung über dem Geringfügigkeitsbetrag endet die beitragsfreie Familienversicherung in der GKV. Klären Sie, ob Sie eigenständig krankenversichert sein müssen.
- Studentische Krankenversicherung oder PKV prüfen: Wer noch als Student eingeschrieben ist, kann die günstige studentische GKV nutzen. Alternativ können Studierende mit Eltern in der PKV oft einen günstigen PKV-Einstieg finden.
- Berufshaftpflicht klären: Im PJ sind Studierende in der Regel über die Haftpflichtversicherung der Ausbildungsstätte (Klinik, Lehrpraxis) mitversichert. Prüfen Sie dennoch den genauen Umfang dieser Deckung.
- Private Haftpflichtversicherung prüfen: Eine private Haftpflichtversicherung deckt Schäden ab, die Sie außerhalb des ärztlichen Kontexts verursachen. Falls noch keine vorhanden ist, schließen Sie jetzt eine ab.
- Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen: Das PJ ist der ideale Zeitpunkt für den BU-Abschluss: Sie sind jung, gesund und haben noch keine Vorerkrankungen. Warten Sie nicht auf die Approbation – schließen Sie jetzt ab.
- Unfallversicherung prüfen: Im klinischen Umfeld steigt das Verletzungsrisiko (Stichverletzungen, Infektionen). Die gesetzliche Unfallversicherung greift bei Berufsunfällen; prüfen Sie, ob eine private Ergänzung sinnvoll ist.
- Nadelstichverletzungen protokollieren: Falls es im PJ zu einer Stich- oder Schnittverletzung kommt, muss dies sofort dem D-Arzt gemeldet und dokumentiert werden – für späteren BG-Schutz.
- Finanzielles Polster aufbauen: Das PJ-Gehalt ist gering. Planen Sie Ihre Ausgaben und beginnen Sie – auch mit kleinen Beträgen – mit dem Aufbau einer Notfallreserve.
- Versorgungswerk-Mitgliedschaft prüfen: In einigen Bundesländern können PJ-Studierende bereits Mitglied im Versorgungswerk werden. Informieren Sie sich bei der Ärztekammer Ihres PJ-Standorts.
- Fortbildung und CME-Planung beginnen: Informieren Sie sich über die spätere CME-Pflicht (250 Punkte/5 Jahre) und beginnen Sie bereits im PJ, Fortbildungsnachweise zu sammeln.
Typische Fehler
- Ende der Familienversicherung verschlafen: Wer die GKV-Familienversicherung versäumt zu verlängern oder umzustellen, ist für eine kurze Zeit gar nicht versichert – mit erheblichen Folgen.
- BU-Abschluss auf die lange Bank schieben: Jedes Jahr ohne BU-Versicherung ist ein Risiko; Vorerkrankungen können den Einstieg später verteuern oder unmöglich machen.
- Nadelstichverletzung nicht melden: Nicht gemeldete Berufsverletzungen werden später nicht durch die Berufsgenossenschaft gedeckt.
Fazit
Das Praktische Jahr ist der richtige Zeitpunkt, um die Grundlagen der persönlichen Absicherung zu legen. Wer jetzt die richtigen Versicherungen abschließt, profitiert jahrzehntelang von günstigen Konditionen. Ärzteversichert berät Sie speziell für die Situation im PJ und Berufseinsteig. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.
Quellen
- Bundesärztekammer: Versicherungsschutz für Medizinstudierende und PJ
- GDV: Berufsunfähigkeitsversicherung für Berufseinsteiger
- SGB V: Studentische Krankenversicherung
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