Der Ruhestand eines Arztes bedeutet für viele Patienten den Verlust einer langjährigen Vertrauensperson. Wie Ärzte diesen Übergang kommunizieren, hat erheblichen Einfluss darauf, ob Patienten zur Nachfolgepraxis wechseln oder das Vertrauen in die neue Praxis aufbauen können. Diese Checkliste hilft Ihnen, die Patientenkommunikation rund um Ihren Ruhestand sorgfältig zu planen.

Die Checkliste

  1. Zeitpunkt der Ankündigung festlegen: Informieren Sie Ihre Patienten mindestens 6 Monate vor dem letzten Behandlungstag. Eine zu kurzfristige Ankündigung führt zu Verwirrung und Vertrauensverlust.
  1. Persönlichen Abschiedsbrief an Stammpatienten verfassen: Ein persönlicher Brief ist die wertschätzendste Form der Kommunikation. Er sollte die Nachfolge klar benennen und den Patienten ermutigen, dort weiter behandelt zu werden.
  1. Nachfolger in der Ankündigung namentlich vorstellen: Nennen Sie den Namen und die Qualifikation des Nachfolgers. Persönliche Empfehlung durch Sie als bisheriger Arzt erhöht die Bereitschaft der Patienten, den Wechsel mitzumachen.
  1. Hinweis auf Übergangsphase: Wenn Sie eine parallele Tätigkeitsphase mit dem Nachfolger planen, kommunizieren Sie diese klar. Patienten schätzen die Möglichkeit, sowohl Sie als auch den Nachfolger kennenzulernen.
  1. Website und Praxisschild aktualisieren: Kündigen Sie den Ruhestand und die Nachfolge auch auf der Praxis-Website und am Praxisschild an.
  1. Aktenübergabe mit Patienteneinwilligung vorbereiten: Informieren Sie Patienten darüber, dass ihre Krankenakten mit ihrer Einwilligung an die Nachfolgepraxis übergeben werden, und holen Sie diese Einwilligung ein.
  1. Abschiedsfeier oder Patienteninformationsabend planen: Ein kleines Abschiedsevent stärkt die Bindung und gibt Patienten die Möglichkeit, sich persönlich zu verabschieden.
  1. Mitarbeiter in Kommunikation einbeziehen: Schulen Sie Ihr Team, wie sie Patientenfragen zum Ruhestand und zur Nachfolge kompetent und einheitlich beantworten.
  1. Notfallplan für eilige Patienten kommunizieren: Teilen Sie mit, an wen sich Patienten bei medizinischen Dringlichkeiten während der Übergangsphase wenden können.
  1. Datenschutz bei der Kommunikation beachten: Jede Kommunikation mit Patienten muss DSGVO-konform erfolgen; personalisierte Briefe dürfen keine sensitiven Gesundheitsdaten enthalten.

Typische Fehler

  • Zu kurzfristig informieren: Patienten, die überraschend erfahren, dass ihre Praxis schließt, fühlen sich im Stich gelassen – das schadet dem Ruf und der Patientenbindung an den Nachfolger.
  • Nachfolger nicht namentlich vorstellen: Anonyme Ankündigungen ohne persönliche Empfehlung führen dazu, dass viele Patienten die Praxis wechseln statt beim Nachfolger zu bleiben.
  • Patientenakten ohne Einwilligung übergeben: Die Weitergabe von Patientendaten ohne ausdrückliche Einwilligung verstößt gegen die DSGVO und kann zu erheblichen Bußgeldern führen.

Fazit

Eine professionelle Patientenkommunikation zum Ruhestand ist eine Investition in den Wert der Praxisnachfolge und in das langfristige Vertrauen Ihrer Patienten. Ärzteversichert unterstützt Sie auch bei der rechtssicheren Gestaltung von Datenschutzprozessen rund um die Praxisübergabe. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.

Quellen

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