Ein fundierter Altersvorsorge-Check ist nur auf Basis vollständiger Unterlagen möglich. Wer zu einem Beratungsgespräch kommt, ohne seine Policen, Rentenanwartschaften und Kontoauszüge zu kennen, bekommt bestenfalls eine Schätzung – keine belastbare Analyse. Diese Checkliste hilft Ihnen, alle notwendigen Dokumente systematisch zusammenzustellen.

Die Checkliste

  1. Versorgungswerk-Anwartschaftsauskunft: Fordern Sie beim zuständigen Versorgungswerk eine aktuelle Rentenanwartschaftsauskunft an. Diese Auskunft ist kostenlos und kann online oder schriftlich beantragt werden.
  1. Alle bestehenden Lebens- und Rentenversicherungspolicen: Sammeln Sie alle Policen privater Rentenversicherungen, Lebensversicherungen (kapitalbildend und Risiko) und Rürup-Verträge. Notieren Sie Versicherer, Versicherungsnummer, Ablauftermin und aktuelle Rückkaufswerte.
  1. Depotauszüge und Kapitalanlagen: Drucken Sie aktuelle Depotauszüge aller Wertpapierdepots aus. Erfassen Sie ETF-Sparpläne, Einzelaktien, Anleihen und Fonds mit aktuellem Wert.
  1. Immobilienaufstellung: Falls Sie Immobilien besitzen, erstellen Sie eine Übersicht mit Verkehrswert (ggf. Schätzwert), ausstehenden Krediten und monatlichem Cashflow (Mieteinnahmen minus Kosten).
  1. Steuerbescheide der letzten 3 Jahre: Aktuelle Steuerbescheide zeigen das zu versteuernde Einkommen und geben Aufschluss über nutzbare Steueroptimierungspotenziale.
  1. Aktuelle Rentenbescheide der gesetzlichen Rentenversicherung (falls vorhanden): Falls Sie als Arzt zeitweise angestellt waren, können Anwartschaften in der gesetzlichen RV bestehen. Fordern Sie eine aktuelle Auskunft bei der DRV an.
  1. PKV-Versicherungsschein und letzte Beitragsanpassungsnachricht: Der PKV-Vertrag mit aktuellen Beitragsinformationen ist relevant für die Planung der Krankenkostenbelastung im Rentenalter.
  1. BU-Versicherungsunterlagen: Bringen Sie Ihre Berufsunfähigkeitsversicherung mit: Versicherungsschein, versicherte Rente, Laufzeit und Gesundheitszustand bei Abschluss.
  1. Testament und Vorsorgevollmacht: Diese Dokumente sind im Kontext der Gesamtplanung relevant und zeigen, ob Nachlassgestaltung und Vorsorge aufeinander abgestimmt sind.
  1. Übersicht aller laufenden Versicherungsverträge und Prämien: Erstellen Sie eine vollständige Liste aller Versicherungsverträge (privat und beruflich) mit jährlicher Prämie – dies erleichtert den Gesamtüberblick.

Typische Fehler

  • Zu viele Dokumente auf einmal suchen: Beginnen Sie frühzeitig mit der Unterlagensammlung – Anforderungen beim Versorgungswerk oder DRV können Wochen dauern.
  • Policen nur als Scan vorlegen: Für eine vollständige Analyse werden die vollständigen Versicherungsbedingungen benötigt – nicht nur die Deckblätter.
  • Schulden und Verbindlichkeiten vergessen: Eine Altersvorsorgeanalyse ohne Berücksichtigung laufender Kredite und Verbindlichkeiten ergibt ein verzerrtes Bild.

Fazit

Vollständige Unterlagen sind die Voraussetzung für eine belastbare Altersvorsorgeanalyse. Wer diese Checkliste abarbeitet, kommt gut vorbereitet in jedes Beratungsgespräch. Ärzteversichert hilft Ihnen, alle Informationen in einer übersichtlichen Vorsorgeanalyse zusammenzufassen. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.

Quellen

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