Ärzte reisen beruflich und privat häufig ins Ausland. Die gesetzliche Krankenversicherung bietet außerhalb der EU kaum Schutz; selbst innerhalb der EU sind die Erstattungsleistungen begrenzt. Eine spezielle Auslandskrankenversicherung schließt diese Lücke. Wer als Arzt einen längeren Auslandseinsatz plant, braucht zudem besonderen Schutz. Diese Checkliste hilft bei der richtigen Auswahl.

Die Checkliste

  1. Geltungsbereich des Tarifs prüfen: Unterscheiden Sie zwischen Kurzreiseversicherungen (bis 42 oder 56 Tage), Jahresreiseversicherungen und Langzeitvarianten für Aufenthalte von mehreren Monaten. Wählen Sie entsprechend Ihrer Reisehäufigkeit und -dauer.
  1. Medizinische Rückholung einschließen: Stellen Sie sicher, dass der Tarif einen medizinisch notwendigen Rücktransport nach Deutschland abdeckt, auch aus entlegenen Regionen und per Ambulanzflugzeug.
  1. Behandlung durch Spezialisten absichern: Manche Tarife beschränken die Kostenübernahme auf das lokal übliche Niveau. Für Ärzte, die bestmögliche Versorgung erwarten, ist ein Tarif ohne Begrenzung auf Standardbehandlung wichtig.
  1. Vorstationäre und nachstationäre Leistungen prüfen: Klären Sie, ob Kosten für Untersuchungen vor einer stationären Aufnahme und für Nachbehandlungen nach der Rückkehr übernommen werden.
  1. Vorerkrankungen deklarieren: Verschweigen Sie keine Vorerkrankungen beim Abschluss. Im Leistungsfall kann der Versicherer sonst leistungsfrei sein. Viele Tarife schließen akute Verschlechterungen bekannter Erkrankungen ein, wenn diese korrekt angegeben wurden.
  1. Berufliche Tätigkeiten einschließen lassen: Wenn Sie im Ausland auch beruflich tätig sind (z.B. Kongresse, Hospitationen, Einsätze), prüfen Sie, ob beruflich veranlasste Erkrankungen und Unfälle gedeckt sind. Einige Tarife beschränken sich auf private Reisen.
  1. Zahnbehandlung im Ausland prüfen: Notfallzahnbehandlungen sind in vielen Tarifen enthalten; planbarer Zahnersatz ist meist ausgeschlossen. Klären Sie die Konditionen vor Reiseantritt.
  1. Selbstbeteiligung und Sublimits beachten: Manche Tarife haben Selbstbehalte pro Schadensfall oder Tageslimits für Krankenhauskosten. Achten Sie auf ausreichend hohe Deckungssummen, mindestens 10 Millionen Euro.
  1. Familienversicherung prüfen: Wenn Sie mit Familie reisen, prüfen Sie, ob alle Mitglieder im selben Tarif mitversichert werden können und zu welchen Konditionen.
  1. Assistance-Leistungen des Versicherers kennen: Notfallnummern, Direktabrechnung mit Krankenhäusern und 24-Stunden-Hotlines sind bei Auslandsaufenthalten besonders wertvoll. Speichern Sie diese Daten vor der Abreise.

Typische Fehler

Kurzreiseversicherung für Langzeiteinsatz: Wer mit einer 42-Tage-Versicherung für einen drei Monate dauernden Einsatz aufbricht, hat ab Tag 43 keinen Schutz mehr. Auf die Deckungsdauer achten.

Berufliche Tätigkeit nicht mitversichert: Viele günstige Reiseversicherungen gelten ausdrücklich nur für private Reisen. Bei beruflichen Tätigkeiten im Ausland greift die Police dann nicht.

Zu niedrige Deckungssumme: Krankenhauskosten in den USA oder Japan können sehr schnell in den sechsstelligen Bereich gehen. Eine Mindestdeckung von 10 Millionen Euro ist Standard.

Fazit

Eine solide Auslandskrankenversicherung ist für reisende Ärzte keine Option, sondern Pflicht. Ärzteversichert hilft Ihnen dabei, den richtigen Tarif für Ihre konkreten Bedürfnisse zu finden. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.

Quellen

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