Ein Wasserschaden, ein Einbruch oder die krankheitsbedingte Praxisschließung kann den Betrieb einer Arztpraxis für Wochen lahmlegen. Laufende Kosten wie Miete, Personalkosten und Darlehensraten laufen weiter, während die Einnahmen wegbrechen. Eine gut ausgestaltete Betriebsunterbrechungsversicherung (BU-V) schließt diese Lücke. Diese Checkliste hilft Ihnen, Ihren bestehenden Schutz zu überprüfen oder einen neuen Vertrag gezielt abzuschließen.
Die Checkliste
- Versicherte Unterbrechungsursachen prüfen: Klären Sie, ob Feuer, Leitungswasser, Einbruch, Vandalismus und behördlich angeordnete Schließungen (z. B. Seuchenfall) eingeschlossen sind.
- Betriebsunterbrechung durch Krankheit prüfen: Viele Standard-BU-V decken keine Praxisunterbrechung durch Erkrankung des Praxisinhabers ab; prüfen Sie, ob eine Krankentagegeldversicherung diese Lücke schließt.
- Deckungssumme anhand des Jahresumsatzes kalkulieren: Die Versicherungssumme sollte mindestens 12 bis 24 Monate laufende Kosten und Gewinne abdecken; aktuellen Umsatz einsetzen.
- Wartezeiten und Selbstbehalt kontrollieren: Viele Verträge enthalten Wartezeiten von 3 bis 14 Tagen; prüfen Sie, ob diese mit Ihrer Liquiditätsreserve überbrückbar sind.
- Haftzeit prüfen: Die Haftzeit gibt an, wie lange die Versicherung leistet; für eine Arztpraxis empfiehlt sich eine Haftzeit von mindestens 12 Monaten.
- IT-Ausfall als Ursache einschließen: Prüfen Sie, ob ein IT-Totalausfall (Praxisverwaltungssystem) als versicherter Schaden gilt oder separat abgesichert werden muss.
- Zulieferer- und Dienstleisterausfälle prüfen: Bei starker Abhängigkeit von Laboren oder Abrechnungsdienstleistern: Erweiterter Schutz für Betriebsunterbrechung durch Drittausfälle prüfen.
- Verbindung zur Gebäude- oder Inhaltsversicherung prüfen: Betriebsunterbrechungsversicherungen werden häufig als Ergänzung zur Sachversicherung abgeschlossen; stellen Sie sicher, dass kein Deckungsbruch entsteht.
- Unterversicherungsverzicht verhandeln: Erkundigen Sie sich, ob Ihr Versicherer einen Unterversicherungsverzicht anbietet, der Kürzungen bei unvollständiger Absicherung verhindert.
- Prämie und Leistungen mindestens alle drei Jahre vergleichen: Der Markt verändert sich; holen Sie regelmäßig Vergleichsangebote ein und prüfen Sie, ob die Deckungssumme noch aktuell ist.
- Schadenmeldepflichten kennen: Notieren Sie die im Vertrag genannten Fristen für die Schadensmeldung; Fristversäumnisse können den Leistungsanspruch reduzieren.
- Notfallplan für den Unterbrechungsfall erstellen: Legen Sie im Voraus fest, welche Aufgaben auf Kollegen oder Vertretungsärzte übergehen und wie Patienten informiert werden.
Typische Fehler
- Deckungssumme veraltet: Wächst die Praxis, steigen auch die laufenden Kosten; wer die Versicherungssumme nicht anpasst, ist im Ernstfall unterversichert.
- Krankheit als Ursache übersehen: Viele Ärzte gehen davon aus, dass ihre BU-V auch Praxisausfälle durch eigene Erkrankung abdeckt; das ist oft nicht der Fall.
- Wartezeiten unterschätzt: Wer keine ausreichende Liquiditätsreserve hat und eine lange Wartezeit vereinbart hat, gerät schnell in finanzielle Engpässe.
Fazit
Die Betriebsunterbrechungsversicherung ist ein häufig unterschätzter, aber existenziell wichtiger Baustein im Versicherungsschutz der Arztpraxis. Bei Ärzteversichert können Sie Ihren bestehenden Schutz analysieren lassen und gezielt Lücken schließen. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.
Quellen
- GDV – Betriebsunterbrechungsversicherung
- KBV – Praxismanagement und Risiken
- Bundesärztekammer – Niedergelassene Ärzte
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