In einer Arztpraxis sind brennbare Materialien, elektrische Geräte und teils bewegungseingeschränkte Patienten zusammen. Das macht einen funktionierenden Brandschutz besonders wichtig. Neben dem Schutz von Menschenleben geht es auch um die Sicherung der Betriebskontinuität. Praxisinhaber tragen die Verantwortung als Arbeitgeber und Betreiber. Diese Checkliste fasst alle Pflichtmaßnahmen zusammen.

Die Checkliste

  1. Brandschutzbeauftragten benennen: Benennen Sie einen Mitarbeiter als Brandschutzbeauftragten und stellen Sie sicher, dass dieser entsprechend geschult ist. In größeren Praxen (mehr als 20 Mitarbeiter) ist das Pflicht.
  1. Flucht- und Rettungsplan erstellen und aushängen: Ein aktueller Flucht- und Rettungsplan muss in allen Räumen gut sichtbar ausgehängt sein. Er zeigt Fluchtwege, Sammelpunkte und Standorte der Feuerlöscher.
  1. Feuerlöscher installieren und prüfen lassen: Ausreichend Feuerlöscher des richtigen Typs (in der Regel CO2 oder Pulver) müssen an leicht zugänglichen Stellen angebracht sein. Prüfung durch einen Sachkundigen alle zwei Jahre ist Pflicht.
  1. Rauchmelder installieren und regelmäßig testen: In allen Räumen (auch Lager und Technikräume) müssen Rauchmelder installiert sein und regelmäßig auf Funktionsfähigkeit geprüft werden.
  1. Brandmeldeanlage bei größeren Praxen prüfen: In größeren Praxen oder bei besonderem Brandrisiko (z.B. Röntgenentwicklung) kann eine automatische Brandmeldeanlage vorgeschrieben oder sinnvoll sein.
  1. Fluchtwege freihalten: Gänge, Ausgänge und Treppenhäuser dürfen nicht durch Möbel, Kartons oder medizinisches Equipment blockiert sein. Regelmäßige Kontrolle ist nötig.
  1. Elektrische Anlagen und Geräte regelmäßig prüfen: Defekte Steckdosen, alte Kabel und überlastete Steckdosenleisten sind häufige Brandursachen. Elektrische Anlagen sollten alle vier Jahre von einem Sachkundigen geprüft werden.
  1. Brandschutzunterweisungen jährlich durchführen: Alle Mitarbeiter müssen jährlich über Brandschutzmaßnahmen, Verhalten im Brandfall und Umgang mit Feuerlöschern unterwiesen werden. Die Unterweisung muss dokumentiert werden.
  1. Evakuierungsübung durchführen: Mindestens alle zwei Jahre sollte eine Evakuierungsübung stattfinden. Dabei auch Patienten berücksichtigen, die auf Hilfe angewiesen sind.
  1. Lagern von brennbaren Stoffen regeln: Desinfektion und andere brennbare Flüssigkeiten müssen in geeigneten, vorgeschriebenen Behältern und getrennt von Zündquellen gelagert werden.

Typische Fehler

Veralteter Flucht- und Rettungsplan: Wenn die Praxis umgebaut wurde, der Plan aber noch den alten Grundriss zeigt, kann er im Ernstfall mehr schaden als nützen.

Feuerlöscher nicht geprüft: Ein Feuerlöscher, dessen Prüftermin abgelaufen ist, kann im Brandfall versagen. Regelmäßige Prüfung ist Pflicht und Lebensschutz.

Fluchtwege blockiert: Die häufigste Beanstandung bei Brandschutzkontrollen ist blockiertes Fluchtweg durch abgestellte Gegenstände.

Fazit

Brandschutz rettet Leben und schützt Ihre Praxis vor existenzbedrohenden Schäden. Ärzteversichert empfiehlt, Brandschutzmaßnahmen in das Qualitätsmanagement der Praxis zu integrieren. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.

Quellen

Persönliche Beratung zu diesem Thema?

Kostenfreie Erstberatung anfragen →