Arztpraxen sind Arbeitsstätten mit besonderen Anforderungen an den Brandschutz: Patienten mit eingeschränkter Mobilität, brennbare Chemikalien und medizinische Geräte erhöhen das Risiko. Als Praxisinhaber sind Sie nach dem Arbeitsschutzgesetz und den Landesbauordnungen verantwortlich für einen funktionierenden Brandschutz. Diese Checkliste gibt Ihnen einen vollständigen Überblick.

Die Checkliste

  1. Gefährdungsbeurteilung Brandschutz erstellen: Dokumentieren Sie alle brandrelevanten Risiken in Ihrer Praxis und leiten Sie daraus Schutzmaßnahmen ab; diese ist gesetzlich verpflichtend.
  2. Brandschutzordnung erstellen und aushängen: Erstellen Sie eine Brandschutzordnung (Teil A als Aushang, Teil B für Personal, Teil C für Personen mit besonderen Aufgaben) gemäß DIN 14096.
  3. Flucht- und Rettungswege freihalten: Stellen Sie sicher, dass alle Fluchtwege dauerhaft frei und gut beleuchtet sind; Fluchtwegpläne müssen gut sichtbar ausgehängt sein.
  4. Feuerlöscher in ausreichender Anzahl und Position: Mindestens ein geeigneter Feuerlöscher je 200 m² Nutzfläche; in Laborbereichen und Elektroräumen CO₂-Löscher bevorzugen.
  5. Rauchwarnmelder installieren und warten: Installieren Sie Rauchwarnmelder in allen Räumen; führen Sie ein Prüfprotokoll mit jährlicher Wartung.
  6. Elektroinstallation regelmäßig prüfen lassen: Beauftragen Sie eine DGUV-konforme Elektroprüfung mindestens alle vier Jahre; prüfen Sie Medizingeräte nach DGUV V3 zusätzlich.
  7. Brandschutzbeauftragten benennen: Ab einer bestimmten Mitarbeiterzahl oder Risikoeinstufung kann die Benennung eines Brandschutzbeauftragten erforderlich sein; prüfen Sie die Anforderungen Ihres Bundeslandes.
  8. Personal jährlich unterweisen: Führen Sie mindestens einmal jährlich eine Brandschutzunterweisung durch; dokumentieren Sie Teilnehmer und Inhalte.
  9. Evakuierungsübung durchführen: Simulieren Sie eine Evakuierung mindestens alle zwei Jahre und protokollieren Sie Ablauf und Verbesserungspunkte.
  10. Lagerung von Sauerstoff und Gefahrstoffen regeln: Medizinischer Sauerstoff und andere brennbare Substanzen müssen getrennt und gesichert gelagert werden; Kennzeichnungspflichten beachten.
  11. Versicherungsschutz überprüfen: Stellen Sie sicher, dass Ihre Gebäude- und Inhaltsversicherung Brandschäden vollständig abdeckt; prüfen Sie auch die Betriebsunterbrechungsversicherung.
  12. Wartungskalender führen: Halten Sie Prüftermine für Löschanlagen, Rauchwarnmelder, Feuerlöscher und Elektrik in einem zentralen Wartungskalender fest.

Typische Fehler

  • Fluchtwege verstellt: Auch kurzfristig abgestellte Kartons oder Geräte im Fluchtweg sind ein häufiger Mangel bei Begehungen und können im Ernstfall Leben kosten.
  • Unterweisung nicht dokumentiert: Ohne Nachweis über die jährliche Unterweisung sind Praxisinhaber bei Unfällen schutzlos; Protokolle müssen archiviert werden.
  • Feuerlöscher abgelaufen: Viele Praxen haben Feuerlöscher, deren Wartungsintervall (alle zwei Jahre) überschritten ist und die im Ernstfall versagen.

Fazit

Brandschutz in der Arztpraxis ist eine Daueraufgabe und kein einmaliges Projekt. Wer die Checkliste konsequent abarbeitet und regelmäßig wiederholt, schützt Patienten, Mitarbeiter und die eigene Existenz. Ärzteversichert unterstützt Sie bei der Absicherung praxistypischer Risiken durch passgenaue Versicherungslösungen. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.

Quellen

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