Ein BU-Antrag ist keine Routineaufgabe, sondern ein komplexes Verfahren, bei dem verschiedene Fachleute zusammenarbeiten müssen. Wer im Voraus klärt, wer welche Aufgabe übernimmt, vermeidet Verzögerungen und erhöht die Chance auf eine schnelle und vollständige Leistung. Diese Checkliste hilft Ihnen, alle relevanten Ansprechpartner zu identifizieren und einzubinden.

Die Checkliste

  1. Versicherungsberater oder Makler kontaktieren: Informieren Sie Ihren Versicherungsmakler oder -berater als erste Anlaufstelle; er kennt Ihren Vertrag und kann den Antragsprozess koordinieren.
  2. Zuständigen Sachbearbeiter beim Versicherer ermitteln: Fordern Sie vom Versicherer den Namen und die direkte Kontaktdaten des zuständigen Sachbearbeiters an; persönlicher Kontakt beschleunigt die Bearbeitung.
  3. Steuerberater frühzeitig einbeziehen: Ihr Steuerberater liefert die notwendigen Einkommensnachweise, BWAs und Steuerbescheide; informieren Sie ihn über den BU-Antrag, damit er Unterlagen priorisiert aufbereitet.
  4. Behandelnde Ärzte informieren: Ihre behandelnden Ärzte müssen ärztliche Atteste ausstellen; weisen Sie sie frühzeitig auf die Anforderungen des Versicherers hin.
  5. Fachanwalt für Versicherungsrecht prüfen: Bei komplexen Fällen oder drohender Ablehnung lohnt sich die frühzeitige Einschaltung eines spezialisierten Fachanwalts für Versicherungsrecht.
  6. Ärztekammer-Beratung nutzen: Viele Ärztekammern bieten Rechts- und Sozialberatung an; fragen Sie dort nach, ob konkrete Unterstützung beim BU-Verfahren möglich ist.
  7. KV informieren: Wenn die Berufsunfähigkeit Ihre Zulassung als Vertragsarzt berührt, müssen Sie auch die Kassenärztliche Vereinigung informieren; klären Sie Fristen und Folgen.
  8. Versorgungswerk kontaktieren: Prüfen Sie, ob Sie parallel Erwerbsminderungsrente aus dem ärztlichen Versorgungswerk beantragen können; klären Sie die Antragsmodalitäten.
  9. Krankentagegeld-Versicherer einbeziehen: Falls Sie über eine Krankentagegeldversicherung verfügen, muss auch dieser Versicherer informiert und der Leistungsfall gemeldet werden.
  10. Praxispartner und Personal informieren: Bei Gemeinschaftspraxis oder angestelltem Personal müssen Vertretungsregelungen und Information des Teams koordiniert werden.
  11. Steuer- und Sozialleistungsberatung prüfen: Klären Sie mit einem Spezialisten, ob und wie BU-Renten steuerlich zu behandeln sind und welche Auswirkungen auf Sozialleistungen bestehen.
  12. Koordinationsplan erstellen: Halten Sie fest, wer welche Unterlagen bis wann liefert; ein einfacher Koordinationsplan reduziert Doppelarbeit und Versäumnisse.

Typische Fehler

  • Zu lange auf einen Ansprechpartner gewartet: Wer zunächst nur den Versicherer kontaktiert und Steuerberater sowie Arzt erst später einschaltet, verliert wertvolle Zeit.
  • Kommunikation nicht dokumentiert: Alle Absprachen mit Versicherer, Steuerberater und Anwalt sollten schriftlich festgehalten werden; mündliche Absprachen können im Streitfall nicht nachgewiesen werden.
  • Kammer und KV vergessen: Viele Ärzte denken beim BU-Antrag nur an die Privatversicherung und übersehen, dass Berufsunfähigkeit auch berufsrechtliche Konsequenzen haben kann.

Fazit

Ein strukturiertes Netzwerk von Ansprechpartnern ist der Schlüssel zu einem erfolgreichen BU-Antrag. Ärzteversichert hilft Ihnen, die richtigen Kontakte aufzubauen und im Leistungsfall optimal vorbereitet zu sein. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.

Quellen

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