Ein zentrales Element des BU-Antrags ist der Nachweis, dass die vereinbarte BU-Rente tatsächlich zur Deckung des Lebens- und Berufsbedarfs ausreicht. Dafür müssen Ärzte sowohl die laufenden Praxiskosten als auch den privaten Finanzbedarf kennen und dem Versicherer auf Anfrage nachvollziehbar darlegen können. Diese Checkliste hilft Ihnen, alle relevanten Kostenpositionen zu erfassen.

Die Checkliste

  1. Fixkosten der Praxis ermitteln: Listen Sie alle monatlichen Fixkosten auf: Miete, Leasing, Personalkosten, Versicherungsprämien, Softwarelizenzen, TI-Gebühren und Wartungsverträge.
  2. Variable Praxiskosten einbeziehen: Ermitteln Sie den Durchschnitt variabler Kosten wie Verbrauchsmaterial, Laboreinsendungen und Reinigungsdienste der letzten zwölf Monate.
  3. Darlehensraten für Praxis-Investitionen erfassen: Listen Sie alle laufenden Kredit- und Leasingraten für Praxisausstattung, Umbaumaßnahmen und Geräteinvestitionen auf.
  4. Private Fixkosten vollständig erfassen: Ermitteln Sie Ihre monatlichen privaten Ausgaben: Miete oder Kreditrate für das Eigenheim, Versicherungsprämien, Unterhaltsverpflichtungen, Lebenshaltungskosten.
  5. Krankenversicherungskosten im BU-Fall klären: Prüfen Sie, ob und wie Ihre PKV-Prämien im BU-Fall weiterlaufen; klären Sie, ob eine Beitragsbefreiung greift.
  6. Versorgungswerk-Beiträge im BU-Fall klären: Informieren Sie sich, ob Beiträge zum Versorgungswerk bei Erwerbsminderung reduziert werden oder entfallen.
  7. Steuerliche Belastung der BU-Rente einplanen: BU-Renten sind einkommensteuerpflichtig; klären Sie mit Ihrem Steuerberater, wie hoch die Steuerbelastung sein wird, um den Nettobedarf zu ermitteln.
  8. Laufende Verträge auf Kündbarkeit prüfen: Prüfen Sie Mietverträge, Leasingverträge und Dienstleistungsverträge darauf, ob und zu welchen Kosten sie im BU-Fall kündbar sind.
  9. Liquiditätsreserve für Übergangsphase einplanen: Zwischen BU-Beginn und erstem Leistungseingang vergehen oft Monate; planen Sie eine ausreichende Liquiditätsreserve von mindestens drei bis sechs Monatsausgaben.
  10. Eventualkosten schätzen: Berücksichtigen Sie mögliche Sonderkosten wie Umschulungsmaßnahmen, Umbauarbeiten für behindertengerechte Wohnung oder erhöhte Pflegekosten.
  11. Versicherungssumme mit Bedarf abgleichen: Vergleichen Sie die vertraglich vereinbarte BU-Rente mit Ihrem ermittelten Gesamtbedarf; ist die Rente zu niedrig, prüfen Sie Aufstockungsmöglichkeiten.
  12. Kostenkalkulation aktuell halten: Überprüfen Sie Ihre Kostenkalkulation mindestens alle zwei Jahre oder bei wesentlichen Änderungen (Praxiswachstum, Familiengründung, Immobilienkauf).

Typische Fehler

  • Praxiskosten nicht einbezogen: Viele Ärzte kalkulieren nur den privaten Bedarf und vergessen die laufenden Kosten der Praxis, die auch im BU-Fall zunächst weiterlaufen.
  • BU-Rente zu niedrig abgeschlossen: Wer die Kostenentwicklung nicht regelmäßig überprüft, stellt im Leistungsfall fest, dass die Rente die tatsächlichen Ausgaben nicht deckt.
  • Steuerlast vergessen: Die Steuerpflicht der BU-Rente wird häufig unterschätzt; wer nur den Bruttobetrag betrachtet, unterschätzt seinen tatsächlichen Nettobedarf.

Fazit

Eine sorgfältige Kostenkalkulation ist Grundlage für eine bedarfsgerechte BU-Versicherung. Ärzteversichert hilft Ihnen, die richtige Rentenhöhe zu ermitteln und regelmäßig an Ihre Lebenssituation anzupassen. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.

Quellen

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