Zwischen dem Eintritt der Berufsunfähigkeit und dem ersten Eingang der BU-Rente können Wochen oder sogar Monate vergehen. In dieser Zeit laufen Praxiskosten und private Ausgaben weiter. Eine vorausschauende Liquiditätsplanung ist deshalb ein wichtiger Bestandteil der BU-Vorbereitung. Diese Checkliste hilft Ihnen, die finanzielle Übergangsphase zu überbrücken.

Die Checkliste

  1. Karenzzeit in der BU-Versicherung prüfen: Lesen Sie, ob Ihr BU-Vertrag eine Karenzzeit enthält (häufig 6 bis 12 Monate), in der noch keine Leistung erfolgt; planen Sie diese Phase finanziell ein.
  2. Liquiditätsreserve aufbauen: Empfehlenswert sind mindestens drei bis sechs Monatsumsätze als Liquiditätspuffer; prüfen Sie, ob Ihre aktuellen Rücklagen ausreichen.
  3. Krankentagegeldversicherung als erste Absicherung prüfen: Die Krankentagegeldversicherung zahlt in der Regel ab dem vereinbarten Karenztag und kann die Übergangszeit überbrücken.
  4. Kreditlinie bei der Hausbank klären: Sprechen Sie im Voraus mit Ihrer Hausbank über einen möglichen Überbrückungskredit; im akuten BU-Fall sind Kreditgespräche schwerer zu führen.
  5. Praxis-Kosten kurzfristig reduzieren: Prüfen Sie, welche Praxiskosten im BU-Fall sofort reduziert oder ausgesetzt werden können (z. B. Schließung von Praxiszimmern, Reduzierung des Personals).
  6. Privatentnahmen aus der Praxis regeln: Klären Sie mit dem Steuerberater, welche Privatentnahmen während der BU-Phase steuerlich möglich und sinnvoll sind.
  7. Versorgungswerk-Vorschuss prüfen: Einige Versorgungswerke zahlen auf Antrag einen Vorschuss auf die Erwerbsminderungsrente; fragen Sie Ihr Versorgungswerk danach.
  8. Bürgschaftsübernahme für Praxiskredite prüfen: Falls Sie laufende Praxiskredite haben, sprechen Sie mit Ihrer Bank über eine vorübergehende Aussetzung der Tilgung (Tilgungspause).
  9. Investitionsausgaben stoppen: Schieben Sie geplante Praxisinvestitionen auf; im BU-Fall hat Liquiditätserhalt Vorrang vor Investitionen.
  10. Einnahmen aus Nebentätigkeiten prüfen: Klären Sie, ob Sie während der BU-Phase begrenzt berufstätig bleiben dürfen (z. B. Gutachtertätigkeit) und welche Auswirkungen dies auf den BU-Leistungsanspruch hat.
  11. Familienangehörige einbeziehen: Sprechen Sie mit Ihrem Partner über die finanzielle Situation; ggf. kann eine vorübergehende Erhöhung der Erwerbstätigkeit des Partners die Lücke schließen.
  12. Liquiditätsplan schriftlich erstellen: Erstellen Sie gemeinsam mit Ihrem Steuerberater einen monatlichen Liquiditätsplan für die ersten zwölf Monate des BU-Falls.

Typische Fehler

  • Karenzzeit nicht eingeplant: Wer die Karenzzeit seiner BU-Versicherung nicht kennt, wird von einem Einnahmeausfall von bis zu einem Jahr überrascht.
  • Keine Liquiditätsreserve aufgebaut: Viele Ärzte führen ihre Praxis ohne ausreichende Liquiditätsreserve und geraten im BU-Fall sofort in finanzielle Engpässe.
  • Krankentagegeld nicht abgeschlossen: Die Kombination aus Krankentagegeld und BU-Versicherung ist optimal; wer nur eine BU hat, bleibt in der Übergangsphase ungeschützt.

Fazit

Liquiditätsplanung im BU-Fall ist kein Thema, das man auf den Ernstfall verschieben sollte. Wer heute vorsorgt, überbrückt Engpässe ohne existenzielle Bedrohung. Ärzteversichert zeigt Ihnen, wie Sie Krankentagegeld und BU optimal kombinieren. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.

Quellen

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