Der plötzliche Ausfall eines Arztes ist für Patienten oft verunsichernd, besonders für chronisch kranke Menschen mit laufender Behandlung. Eine gut durchdachte Kommunikationsstrategie schützt das Vertrauen der Patienten, sichert die Versorgungskontinuität und verhindert rechtliche Probleme durch unkontrollierte Informationsflüsse. Diese Checkliste hilft Ihnen, die Patientenkommunikation im BU-Fall vorausschauend zu planen.

Die Checkliste

  1. Informationsrecht der Patienten kennen: Patienten haben das Recht, über Änderungen in der Praxisversorgung informiert zu werden; klären Sie die rechtlichen Grundlagen der Patientenkommunikation.
  2. Standardtext für Praxisschild und Telefon vorbereiten: Bereiten Sie einen kurzen, diskreten Text vor, der über die vorübergehende Abwesenheit und die Vertretungsregelung informiert, ohne medizinische Details preiszugeben.
  3. Anrufbeantworter-Nachricht formulieren: Legen Sie einen klaren Anrufbeantwortertext fest, der Patienten über die Abwesenheit, den Vertretungsarzt und Notfallnummern informiert.
  4. Website und Online-Präsenz aktualisieren: Klären Sie, wer im Ernstfall die Praxis-Website und Terminbuchungssysteme aktualisiert und entsprechende Hinweise einstellt.
  5. Chronisch kranke Patienten gesondert informieren: Identifizieren Sie Patienten mit laufender Behandlung, die besonders auf Kontinuität angewiesen sind, und sorgen Sie für eine persönliche Übergabe an den Vertretungsarzt.
  6. Verordnungskontinuität sicherstellen: Klären Sie mit dem Vertretungsarzt, wie laufende Medikamentenverordnungen und Überweisungen weitergeführt werden, damit Patienten keine Versorgungslücken entstehen.
  7. Datenschutz bei der Patientenübergabe beachten: Die Weitergabe von Patientendaten an den Vertretungsarzt ist nur im Rahmen der ärztlichen Schweigepflicht und mit entsprechender Einwilligung zulässig; klären Sie die Voraussetzungen im Voraus.
  8. Notfallkontakt klar kommunizieren: Stellen Sie sicher, dass Patienten im Notfall wissen, an wen sie sich wenden sollen, wenn die Praxis geschlossen ist.
  9. Kommunikation durch Praxispersonal regeln: Legen Sie fest, welche Mitarbeiter welche Informationen an Patienten herausgeben dürfen; nicht jede Frage muss oder darf von jedem beantwortet werden.
  10. Abrechnungskontinuität gewährleisten: Klären Sie, wie laufende Behandlungen und Überweisungen auch während Ihrer Abwesenheit korrekt abgerechnet werden.
  11. Beschwerdemanagement regeln: Legen Sie fest, wie Patientenbeschwerden oder Rückfragen während Ihrer Abwesenheit bearbeitet und dokumentiert werden.
  12. Kommunikationsplan schriftlich festhalten: Dokumentieren Sie alle Kommunikationsregeln für den BU-Fall; der Plan sollte für das Praxisteam jederzeit zugänglich sein.

Typische Fehler

  • Keine klare Zuständigkeit für Patientenkommunikation: Wenn unklar ist, wer Patienten informiert, entstehen widersprüchliche Aussagen, die das Vertrauen beschädigen.
  • Datenschutz bei der Patientenübergabe vernachlässigt: Die unkontrollierte Weitergabe von Patientendaten kann DSGVO-Verstöße und strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen.
  • Chronisch kranke Patienten übersehen: Patienten mit laufender Therapie brauchen eine besondere Übergabe; wer dies vergisst, riskiert Behandlungslücken und Haftungsansprüche.

Fazit

Gut geplante Patientenkommunikation im BU-Fall schützt Patienten, Praxis und den Arzt selbst. Ärzteversichert unterstützt Ärzte bei der Vorbereitung auf den Ernstfall mit praxisnahen Empfehlungen. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.

Quellen

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