Im BU-Fall sind in der Regel mehrere Versicherungen gleichzeitig relevant. BU-Versicherung, Krankentagegeld, Erwerbsminderungsrente aus dem Versorgungswerk und ggf. weitere Policen müssen koordiniert werden. Wer dies nicht strukturiert angeht, verliert Leistungsansprüche oder erhält Leistungen nicht in der optimalen Kombination. Diese Checkliste hilft Ihnen, alle Versicherungen im BU-Fall systematisch abzustimmen.
Die Checkliste
- Vollständige Versicherungsübersicht erstellen: Listen Sie alle Versicherungen auf, die im BU-Fall relevant sein könnten: BU, Krankentagegeld, Risikolebensversicherung (Beitragsbefreiung), Dread Disease, PKV, Unfallversicherung.
- Krankentagegeld als erste Leistung aktivieren: Die Krankentagegeldversicherung zahlt in der Regel kurzfristig; melden Sie den Leistungsfall hier als erstes und nutzen Sie die Leistung für die BU-Wartezeit.
- Beitragsbefreiung bei anderen Versicherungen prüfen: Viele BU-Verträge enthalten eine Beitragsbefreiungsklausel; prüfen Sie, ob dies auch für Risikolebensversicherung oder Rentenversicherung gilt.
- Versorgungswerk-Antrag parallel stellen: Das Versorgungswerk bietet bei Erwerbsminderung eigene Leistungen; stellen Sie den Antrag zeitgleich mit dem BU-Antrag.
- Reihenfolge der Meldungen koordinieren: Klären Sie mit Ihrem Versicherungsberater, ob die Reihenfolge der Meldungen Auswirkungen auf Leistungshöhen oder Fristen hat.
- Anrechnungsregeln zwischen Versicherungen klären: Einige Versicherungen rechnen andere Leistungen an (z. B. wenn die Erwerbsminderungsrente auf die BU-Rente angerechnet wird); prüfen Sie die Vertragsklauseln.
- PKV-Beitragsbefreiung prüfen: Manche PKV-Tarife sehen bei Berufsunfähigkeit eine Beitragsbefreiung vor; klären Sie, ob und unter welchen Bedingungen dies gilt.
- Dread-Disease-Police einbeziehen: Falls eine schwere Krankheit (z. B. Herzinfarkt, Krebs) der Auslöser der BU ist, kann eine Dread-Disease-Versicherung zusätzliche Einmalleistungen erbringen.
- Unfallversicherung prüfen: Ist die BU auf einen Unfall zurückzuführen, kann eine Unfallversicherung invaliditätsbedingte Leistungen erbringen.
- Kommunikation mit allen Versicherern dokumentieren: Führen Sie ein Protokoll aller Kontakte, Fristen und Entscheidungen mit jedem einzelnen Versicherer.
- Steuerliche Auswirkungen aller Leistungen einbeziehen: Verschiedene Leistungsarten werden unterschiedlich besteuert; Ihr Steuerberater muss alle Leistungsquellen kennen.
- Jahresüberprüfung aller Leistungsbezüge einplanen: Im laufenden Leistungsbezug sollte jährlich geprüft werden, ob alle Ansprüche vollständig geltend gemacht werden.
Typische Fehler
- Krankentagegeld nicht zuerst aktiviert: Viele Ärzte vergessen, das Krankentagegeld sofort nach Beginn der Arbeitsunfähigkeit zu melden; dies verkürzt den Leistungsbezug unnötig.
- Versorgungswerk nicht einbezogen: Der Antrag beim Versorgungswerk wird häufig vergessen oder zu spät gestellt, obwohl dort erhebliche Rentenansprüche bestehen.
- Anrechnungsklauseln übersehen: Ohne Kenntnis der Anrechnungsregeln kann es zu Doppelkürzungen kommen, die das Gesamteinkommen im BU-Fall erheblich reduzieren.
Fazit
Eine koordinierte Nutzung aller Versicherungsleistungen sichert im BU-Fall das bestmögliche finanzielle Ergebnis. Ärzteversichert hilft Ihnen, alle Versicherungen optimal aufeinander abzustimmen und im Leistungsfall nichts zu verschenken. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.
Quellen
- GDV – Versicherungsschutz koordinieren
- PKV-Verband – Krankentagegeld
- Deutsche Rentenversicherung – Versorgungswerke
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