Ein Chefarztvertrag ist weit mehr als ein Arbeitsvertrag: Er regelt Gehalt, Liquidationsrecht, Nebentätigkeiten, Haftung und die Bedingungen für eine mögliche Vertragsauflösung. Fehler bei der Vertragsgestaltung können langfristige finanzielle und berufliche Konsequenzen haben. Diese Checkliste hilft Ihnen, bei der Verhandlung nichts Wesentliches zu übersehen.

Die Checkliste

  1. Grundgehalt und variable Vergütung klären: Verhandeln Sie sowohl das Fixgehalt als auch etwaige Zielvereinbarungen oder Qualitätsprämien; klären Sie die genauen Berechnungsgrundlagen.
  2. Liquidationsrecht verhandeln: Prüfen Sie, ob ein Liquidationsrecht für privatärztliche Wahlleistungen vereinbart wird; klären Sie Umfang, Abrechnungsmodalitäten und ggf. Poolbeteiligung.
  3. Nebentätigkeiten und Gutachtertätigkeit regeln: Klären Sie, welche Nebentätigkeiten erlaubt sind; regeln Sie insbesondere die Vortrags- und Gutachtertätigkeit.
  4. Dienstaufgaben und Stellenbeschreibung präzisieren: Fordern Sie eine klare Stellenbeschreibung; vage Formulierungen können zu Aufgaben führen, die über die ursprüngliche Erwartung hinausgehen.
  5. Haftungsregelung und Versicherungsschutz prüfen: Klären Sie, ob das Krankenhaus eine ausreichende Haftpflichtversicherung für Ihre Tätigkeit stellt oder ob Sie eigene Deckung benötigen.
  6. Arbeitszeitregelungen und Bereitschaftsdienst prüfen: Lesen Sie die Regelungen zu Arbeitszeiten, Diensten und Überstundenvergütung sorgfältig; BAT, TV-Ärzte oder Chefarztverträge außer Tarif haben unterschiedliche Regelungen.
  7. Altersversorgung und Betriebsrente verhandeln: Prüfen Sie, ob das Krankenhaus eine betriebliche Altersversorgung anbietet; klären Sie Höhe und Unverfallbarkeitsfristen.
  8. Forschung und Lehre verankern: Falls Forschung und Lehre Teil Ihrer Tätigkeit sind, sollten Zeit, Ressourcen und Veröffentlichungsrechte im Vertrag geregelt sein.
  9. Weisungsbefugnis und Entscheidungskompetenzen klären: Definieren Sie, welche Entscheidungen Sie autonom treffen können und in welchen Bereichen Sie weisungsgebunden sind.
  10. Kündigungsfristen und Abfindungsregelungen prüfen: Klären Sie die Kündigungsfristen (typisch: sechs Monate zum Quartalsende) und ob eine Abfindungsregelung für den Fall einer vorzeitigen Vertragsauflösung besteht.
  11. Wettbewerbsverbot und Rückkehrklauseln prüfen: Prüfen Sie, ob Wettbewerbsverbote nach Vertragsende vereinbart sind und wie lange sie gelten; lassen Sie diese ggf. einschränken.
  12. Anwaltliche Prüfung vor Unterzeichnung: Lassen Sie den vollständigen Vertrag vor Unterzeichnung von einem auf Medizinrecht spezialisierten Anwalt prüfen.

Typische Fehler

  • Liquidationsrecht nicht ausreichend geregelt: Unklare Regelungen zum Liquidationsrecht führen häufig zu Konflikten mit dem Krankenhausträger.
  • Variable Vergütung ohne klare Kennzahlen: Zielvereinbarungen ohne klar definierte, erreichbare Kennzahlen können zu unbilliger Gehaltskürzung führen.
  • Vertrag ohne anwaltliche Prüfung unterschrieben: Ein Chefarztvertrag ist zu komplex für eine Selbstprüfung; anwaltliche Expertise ist unverzichtbar.

Fazit

Ein gut verhandelter Chefarztvertrag legt die Grundlage für eine erfolgreiche und faire Zusammenarbeit. Ärzteversichert hilft Ihnen, auch den Versicherungsschutz im Chefarztkontext optimal aufzustellen. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.

Quellen

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