Arztpraxen verwalten sensible Patientendaten und sind deshalb attraktive Ziele für Cyberkriminelle. Ransomware-Angriffe können den Praxisbetrieb für Wochen lahmlegen, Datenverluste haben DSGVO-Meldepflichten zur Folge und Reputationsschäden wiegen schwer. Dabei sind viele Angriffe mit einfachen technischen und organisatorischen Maßnahmen vermeidbar. Diese Checkliste gibt einen praxistauglichen Überblick.

Die Checkliste

  1. Starke Passwörter und Mehrfach-Authentifizierung (MFA) einrichten: Alle Systeme müssen mit starken, einzigartigen Passwörtern gesichert sein. Aktivieren Sie MFA für alle externen Zugänge, E-Mail und die Praxisverwaltungssoftware.
  1. Software und Betriebssysteme aktuell halten: Veraltete Software ist die häufigste Einfallsschneise für Angreifer. Aktivieren Sie automatische Updates und prüfen Sie regelmäßig, ob kritische Patches eingespielt wurden.
  1. Antivirenprogramm und Firewall betreiben: Jeder Computer in der Praxis muss mit einer aktuellen Antivirensoftware und einer aktivierten Firewall geschützt sein.
  1. Datensicherung (Backup) regelmäßig durchführen: Tägliche Backups auf einem externen, vom Netzwerk getrennten Medium sind Pflicht. Testen Sie regelmäßig, ob die Wiederherstellung tatsächlich funktioniert.
  1. Netzwerk segmentieren: Trennen Sie das Netzwerk für medizinische Geräte vom Büro-WLAN und vom Gäste-WLAN für Patienten. So wird die Ausbreitung eines Angriffs begrenzt.
  1. Mitarbeiter schulen: Phishing-E-Mails sind der häufigste Angriffsvektor. Schulen Sie alle Mitarbeiter darin, verdächtige E-Mails zu erkennen und nicht auf unbekannte Links oder Anhänge zu klicken.
  1. Zugriffsteuerung implementieren: Nicht jeder Mitarbeiter benötigt Zugriff auf alle Daten. Beschränken Sie Zugriffsrechte auf das notwendige Minimum (Least-Privilege-Prinzip).
  1. Cyberversicherung abschließen: Eine Cyberversicherung deckt Kosten für IT-Forensik, Datenwiederherststellung, Betriebsunterbrechung und Bußgelder nach einem erfolgreichen Angriff. Ärzteversichert hilft bei der Tarifauswahl.
  1. Incident-Response-Plan erstellen: Was passiert im Ernstfall? Legen Sie fest, wer im Team informiert wird, wann der Datenschutzbeauftragte einzuschalten ist und wie Patienten informiert werden.
  1. TI-Anschluss (Telematikinfrastruktur) sicher konfigurieren: Der Konnektor für die TI muss sicher konfiguriert und regelmäßig aktualisiert werden. Prüfen Sie, ob Ihr IT-Dienstleister die Anforderungen der gematik erfüllt.

Typische Fehler

Kein regelmäßiges Backup: Viele Praxen sichern Daten einmal beim Systemaufbau und danach nie wieder. Ein Backup, das Monate alt ist, nützt bei einem aktuellen Angriff wenig.

Gleiche Passwörter für alle Systeme: Ein kompromittiertes Passwort gibt Angreifern dann Zugang zu allen Systemen. Passwort-Manager helfen, unterschiedliche sichere Passwörter zu verwalten.

Keine Mitarbeiterschulung: Technische Schutzmaßnahmen nützen wenig, wenn Mitarbeiter auf Phishing hereinfallen. Der Mensch ist das schwächste Glied in der Sicherheitskette.

Fazit

Cybersicherheit ist keine IT-Frage allein, sondern eine Managementaufgabe. Ärzteversichert empfiehlt die Kombination aus technischen Maßnahmen und einer Cyberversicherung als optimalen Schutz. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.

Quellen

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