Arztpraxen sind für Cyberkriminelle attraktive Ziele: Patientendaten haben auf dem Schwarzmarkt einen hohen Wert, und ein IT-Ausfall legt die gesamte Praxis lahm. Gleichzeitig haben viele Praxen noch erhebliche Sicherheitslücken. Diese Checkliste hilft Ihnen, die wichtigsten Maßnahmen systematisch umzusetzen und DSGVO-konform aufgestellt zu sein.
Die Checkliste
- Aktuelle Antivirensoftware auf allen Geräten installieren: Stellen Sie sicher, dass auf allen Computern, Tablets und Smartphones eine aktuelle Antivirenlösung mit automatischen Updates aktiv ist.
- Software- und Betriebssystem-Updates automatisch einspielen: Konfigurieren Sie alle Systeme auf automatische Updates; veraltete Software ist das häufigste Einfallstor für Angreifer.
- Starke Passwörter und Zwei-Faktor-Authentifizierung einführen: Verwenden Sie für alle Systeme starke, einzigartige Passwörter; aktivieren Sie Zwei-Faktor-Authentifizierung für E-Mail und Praxissoftware.
- Zugriffsbeschränkungen nach Rollen einrichten: Jeder Mitarbeiter sollte nur auf die Daten zugreifen können, die er für seine Arbeit benötigt; Adminrechte auf ein Minimum beschränken.
- Regelmäßige Datensicherungen (Backups) einrichten: Tägliche automatische Backups, die offline oder verschlüsselt in der Cloud gespeichert werden; Wiederherstellbarkeit regelmäßig testen.
- Netzwerksegmentierung prüfen: Trennen Sie das Praxis-WLAN vom Patienten-WLAN; verhindern Sie, dass Patientengeräte auf interne Systeme zugreifen können.
- E-Mail-Sicherheit erhöhen: Schulen Sie das Team für Phishing-Angriffe; aktivieren Sie Spam-Filter und prüfen Sie, ob eine Secure-E-Mail-Lösung für Patientenkommunikation sinnvoll ist.
- TI-Konnektor und Telematikinfrastruktur absichern: Stellen Sie sicher, dass der Konnektor korrekt konfiguriert ist und Sicherheitsupdates eingespielt werden.
- Physische Sicherheit der IT gewährleisten: Serverräume abschließen; mobile Geräte bei Nichtbenutzung sichern; Bildschirmsperren aktivieren.
- Mitarbeiter regelmäßig schulen: Führen Sie mindestens jährlich eine Cybersicherheits-Schulung für das gesamte Praxisteam durch; das menschliche Versagen ist die größte Sicherheitslücke.
- Incident-Response-Plan erstellen: Legen Sie fest, wie bei einem Cyberangriff reagiert wird: wen Sie kontaktieren, welche Systeme abzuschalten sind und wann die Datenschutzbehörde informiert werden muss.
- Cyber-Versicherung prüfen: Eine Cyberversicherung deckt Kosten bei Datenpannen, Betriebsunterbrechungen durch Ransomware und Lösegeldforderungen ab; prüfen Sie, ob Ihr Praxisschutz diese Risiken abdeckt.
Typische Fehler
- Kein Backup oder ungetestetes Backup: Der häufigste Schaden bei Ransomware-Angriffen entsteht, weil kein funktionierendes Backup vorhanden ist.
- Schwache oder wiederverwendete Passwörter: Viele Praxen nutzen einfache Passwörter oder das gleiche Passwort für mehrere Systeme; das ermöglicht Angreifern leichten Zugang.
- Personal nicht geschult: Die meisten erfolgreichen Cyberangriffe beginnen mit einer Phishing-Mail; ein nicht geschultes Team öffnet diese und infiziert das gesamte System.
Fazit
Cybersicherheit ist kein einmaliges Projekt, sondern eine Daueraufgabe. Ärzteversichert informiert Sie zu Cyberversicherungen, die den speziellen Risiken einer Arztpraxis gerecht werden. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.
Quellen
- KBV – IT-Sicherheit in der Arztpraxis
- Bundesärztekammer – Digitalisierung und Datenschutz
- BaFin – Cybersicherheit für Finanzdienstleister und Versicherungen
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