Das elektronische Rezept (E-Rezept) ist seit 2024 für alle Kassenärzte verpflichtend. Es ersetzt das rosafarbene Papierrezept und wird digital über die Telematikinfrastruktur (TI) ausgestellt. Die Umstellung erfordert technische Anpassungen und die Schulung des Praxisteams. Diese Checkliste hilft, den Übergang geordnet zu gestalten.
Die Checkliste
- TI-Anschluss und Konnektor prüfen: Das E-Rezept setzt einen funktionierenden TI-Anschluss voraus. Stellen Sie sicher, dass Ihr Konnektor aktuell und für das E-Rezept freigeschaltet ist. Kontaktieren Sie bei Problemen Ihren IT-Dienstleister oder die KBV.
- Praxissoftware aktualisieren: Ihre Praxisverwaltungssoftware (PVS) muss eine E-Rezept-kompatible Version einsetzen. Prüfen Sie, ob ein Update erforderlich ist, und planen Sie dieses außerhalb der Sprechzeiten ein.
- Elektronischen Heilberufsausweis (eHBA) beantragen: Zum Ausstellen von E-Rezepten benötigen alle verordnenden Ärzte einen elektronischen Heilberufsausweis der Generation 2 (eHBA G2). Beantragen Sie diesen rechtzeitig bei der zuständigen Ärztekammer.
- Arbeitsabläufe anpassen: Definieren Sie, wie E-Rezepte im Praxisalltag ausgestellt, geprüft und bei Bedarf storniert werden. Dokumentieren Sie den neuen Ablauf für das Praxisteam.
- Schulung des Praxisteams durchführen: Alle Mitarbeiter, die mit der Rezeptausstellung oder -verwaltung betraut sind, müssen den neuen Ablauf kennen. Planen Sie eine kurze Schulungseinheit vor dem Livegang ein.
- Patienteninformation vorbereiten: Informieren Sie Patienten über das E-Rezept: Wie erhalten sie es (QR-Code auf Papier, App oder direkt an die Apotheke)? Was tun, wenn das E-Rezept nicht lesbar ist?
- Notfallplan für Systemausfälle erstellen: Bei TI-Ausfällen müssen Ärzte auf Ersatz-Ausdrucke (Muster 16 in Papierform) zurückgreifen können. Halten Sie ein ausreichendes Kontingent bereit.
- Privat- und Kassenrezepte unterscheiden: Das E-Rezept gilt zunächst für GKV-Patienten. Für Privatrezepte und BTM-Rezepte gelten besondere Regelungen, die separat geprüft werden müssen.
- Datenschutz beim E-Rezept beachten: E-Rezeptdaten werden in der TI-Infrastruktur verarbeitet. Prüfen Sie mit Ihrem Datenschutzbeauftragten, ob die entsprechenden Einträge im Verarbeitungsverzeichnis aktuell sind.
- Feedback-Prozess etablieren: Bitten Sie das Praxisteam, Probleme und Optimierungsvorschläge in den ersten Wochen aktiv zu melden. Regelmäßige kurze Feedbackrunden helfen, den Ablauf zu verbessern.
Typische Fehler
Veralteter Konnektor: Praxen mit alten TI-Konnektoren haben immer wieder Probleme mit dem E-Rezept. Ein aktueller Konnektor ist Grundvoraussetzung.
eHBA nicht rechtzeitig beantragt: Die Beantragung dauert mehrere Wochen. Wer zu spät beginnt, kann das E-Rezept nicht fristgerecht ausstellen.
Patienten nicht informiert: Patienten, die nicht über das E-Rezept informiert wurden, suchen in der Apotheke nach dem Papierrezept und werden abgewiesen. Frühzeitige Kommunikation ist wichtig.
Fazit
Das E-Rezept ist ein Schritt in die digitale Zukunft der Arztpraxis. Mit der richtigen Vorbereitung gelingt die Einführung reibungslos. Ärzteversichert unterstützt Sie bei Fragen rund um die Digitalisierung der Praxis. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.
Quellen
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