Exchange Traded Funds (ETFs) haben sich als einfaches, kostengünstiges und breit diversifiziertes Anlageinstrument bewährt. Für Ärzte, die neben dem Praxisalltag keine Zeit für aktives Portfoliomanagement haben, bieten ETFs eine ideale Lösung. Diese Checkliste führt Schritt für Schritt durch den Aufbau eines soliden ETF-Portfolios.
Die Checkliste
- Anlagehorizont und Anlageziel definieren: Legen Sie fest, für welchen Zweck und über welchen Zeitraum Sie investieren: Altersvorsorge (20 bis 30 Jahre), Praxisfinanzierung (5 bis 10 Jahre) oder kurzfristige Rücklagen (unter 5 Jahre). ETFs eignen sich vor allem für langfristige Ziele.
- Risikobereitschaft realistisch einschätzen: Wie reagieren Sie, wenn Ihr Portfolio in einem Crashjahr 30 Prozent verliert? Wenn das zu starken emotionalen Reaktionen führt, sollte der Aktienanteil reduziert werden. Ein schriftliches Risikoprofil hilft.
- Kernbaustein wählen: Der MSCI World oder ein globaler All-Country-ETF (MSCI ACWI, FTSE All-World) deckt mehrere tausend Aktien aus aller Welt ab und ist ein bewährter Portfoliokern. Für mehr Streuung kann ein Schwellenländer-ETF ergänzt werden.
- Kosten minimieren: Wählen Sie ETFs mit niedrigen Total Expense Ratios (TER), idealerweise unter 0,20 Prozent pro Jahr. Physisch replizierende ETFs großer Anbieter (iShares, Vanguard, Xtrackers) sind zuverlässig.
- Aktienquote nach Zeitraum und Risikoprofil festlegen: Eine Faustregel: 100 minus Lebensalter ergibt die Aktienquote. Junge Ärzte können 80 bis 100 Prozent Aktien-ETF halten; ältere sollten Anleihen-ETFs oder Tagesgeld ergänzen.
- Depot bei einem günstigen Online-Broker eröffnen: Wählen Sie einen Broker mit niedrigen Depot- und Ordergebühren sowie einer breiten ETF-Auswahl. Vergleichen Sie Flatex, comdirect oder ING für Deutschland.
- Sparplan einrichten: Automatische monatliche ETF-Sparpläne nehmen die Entscheidung über den richtigen Einstiegszeitpunkt und nutzen den Cost-Average-Effekt. Regelmäßig sparen ist wichtiger als der perfekte Zeitpunkt.
- Thesaurierende oder ausschüttende ETFs wählen: Thesaurierende ETFs reinvestieren Dividenden automatisch; ausschüttende zahlen Dividenden aus. Für den langfristigen Vermögensaufbau sind thesaurierende ETFs steuerlich oft einfacher.
- Rebalancing jährlich durchführen: Überprüfen Sie einmal jährlich, ob die Portfoliogewichtung noch dem Ziel entspricht. Wenn Aktien stark gestiegen sind, kann der Anteil durch Zukauf anderer Positionen angepasst werden.
- Steuerliche Aspekte beachten: ETF-Erträge unterliegen der Abgeltungsteuer. Nutzen Sie den Freistellungsauftrag und prüfen Sie, ob eine Investition über eine Holding-GmbH steuerlich vorteilhaft ist.
Typische Fehler
Zu viele ETFs: Ein überkomplexes Portfolio mit 20 verschiedenen ETFs ist nicht besser diversifiziert als ein Weltportfolio aus drei ETFs. Einfachheit ist eine Tugend.
Verkaufen im Crash: Der häufigste Fehler langfristiger Anleger. Wer in der Baisse verkauft, realisiert Verluste und verpasst die Erholung. Disziplin ist wichtiger als Markt-Timing.
Kosten unterschätzt: Kleine Unterschiede in der TER summieren sich über 20 Jahre zu erheblichen Beträgen. Kostenbewusstsein zahlt sich aus.
Fazit
Ein einfaches, kostengünstiges ETF-Portfolio ist für die meisten Ärzte die beste langfristige Anlagestrategie. Ärzteversichert empfiehlt, den Aufbau mit einem unabhängigen Finanzberater abzustimmen. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.
Quellen
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