Die Assistenzarztphase ist geprägt von langen Arbeitszeiten und moderatem Einkommen. Trotzdem sind die Entscheidungen, die jetzt getroffen werden, für die langfristige finanzielle Gesundheit entscheidend. Wer früh anfängt, profitiert von Jahrzehnten Zinseszins und günstigen Versicherungsprämien. Diese Checkliste hilft Assistenzärzten, die wichtigsten Finanzthemen zu strukturieren.

Die Checkliste

  1. Befreiung von der GRV fristgerecht beantragen: Stellen Sie innerhalb von drei Monaten nach Beschäftigungsbeginn den Befreiungsantrag von der gesetzlichen Rentenversicherung zugunsten des Versorgungswerks.
  2. BU-Versicherung frühzeitig abschließen: Je jünger und gesünder Sie sind, desto günstiger ist die Prämie; der Assistenzarztbeginn ist der ideale Zeitpunkt für den Abschluss.
  3. PKV-Wechsel prüfen: Prüfen Sie, ob ein Wechsel in die private Krankenversicherung sinnvoll ist; im Assistenzarztstatus sind die Prämien günstig und der Gesundheitszustand meist gut.
  4. Notgroschen aufbauen: Legen Sie mindestens drei Monatsnettoeinkommen als Liquiditätsreserve auf ein gut verzinstes Tagesgeldkonto; diese Reserve schützt vor unerwarteten Ausgaben.
  5. Kreditschulden aus dem Studium tilgen: Priorisieren Sie die Tilgung von BAföG-Darlehen oder Studienkrediten; Schulden tilgen ist häufig renditestärker als Kapitalanlage.
  6. Ersten ETF-Sparplan starten: Auch mit kleinen Beträgen (z. B. 100 bis 200 Euro monatlich) beginnen; der Zinseszinseffekt über 30 Jahre ist erheblich.
  7. Depot und Freistellungsauftrag einrichten: Eröffnen Sie ein günstiges Online-Depot und richten Sie sofort einen Freistellungsauftrag ein.
  8. Steuerklasse und Lohnsteuer prüfen: Überprüfen Sie Ihre Steuerklasse; bei verheirateten Ärzten kann die Wahl der Steuerklasse die monatliche Nettoliquidität erheblich beeinflussen.
  9. Rentenanspruch im Versorgungswerk kennen: Informieren Sie sich über die Rentenprojektionen Ihres Versorgungswerks; das zeigt, wie viel private Altersvorsorge noch zusätzlich nötig ist.
  10. Fortbildungskosten steuerlich absetzen: Kosten für Kongresse, Fachliteratur und Weiterbildungskurse sind in der Regel Werbungskosten; sammeln Sie alle Belege.
  11. Versicherungsschutz im Überblick behalten: Stellen Sie sicher, dass Sie über Berufshaftpflicht (falls Nebentätigkeiten), Haftpflicht und ggf. Unfallversicherung verfügen.
  12. Ersten Steuerberater suchen: Spätestens wenn Sie Werbungskosten, Kapitalerträge und Sonderausgaben geltend machen wollen, lohnt sich ein auf Ärzte spezialisierter Steuerberater.

Typische Fehler

  • BU zu spät abgeschlossen: Viele Assistenzärzte verschieben den Abschluss und zahlen später höhere Prämien oder sind durch neue Erkrankungen eingeschränkt.
  • Nichts gespart: Wer die Assistenzarztphase ohne Sparplan verbringt, verliert wertvolle Zinseszins-Jahre.
  • GRV-Befreiung versäumt: Das Versäumen der Dreimonatsfrist kostet monatlich den doppelten Beitrag.

Fazit

Die Assistenzarztphase ist finanziell anspruchsvoll, aber die ideale Zeit für langfristige Weichenstellungen. Ärzteversichert begleitet Ärzte von der ersten Stelle bis zur Niederlassung. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.

Quellen

Persönliche Beratung zu diesem Thema?

Kostenfreie Erstberatung anfragen →