Die Heirat ist nicht nur ein persönlicher, sondern auch ein erheblicher finanzieller Einschnitt. Güterstand, Steuerklassenwahl, Versicherungen und Altersvorsorge müssen neu bewertet und angepasst werden. Gerade für Ärzte mit komplexeren Vermögens- und Einkommensverhältnissen lohnt sich eine strukturierte Planung. Diese Checkliste zeigt die wichtigsten Schritte.
Die Checkliste
- Güterstand regeln (Ehevertrag): Der gesetzliche Güterstand der Zugewinngemeinschaft gilt automatisch. Für Ärzte mit Praxisvermögen kann eine Gütertrennung oder ein modifizierter Zugewinn sinnvoll sein. Ein Ehevertrag sollte notariell beurkundet werden.
- Steuerklassenwahl optimieren: Verheiratete können zwischen den Kombinationen III/V oder IV/IV wählen. Bei deutlich unterschiedlichen Einkommen (z.B. Arzt und nicht vollzeit arbeitende Partnerin) bringt III/V meist Vorteile; das sollte mit einem Steuerberater berechnet werden.
- Krankenversicherung anpassen: In der GKV kann der Ehepartner kostenfrei mitversichert werden. PKV-Versicherte müssen separate Verträge abschließen oder den Partner über den Arbeitgeber mitversichern.
- Lebens- und Risikoversicherungen anpassen: Setzen Sie Ihren Ehepartner als Begünstigten in Ihren Lebens- und Risikolebensversicherungen ein. Prüfen Sie, ob die bestehende Todesfallabsicherung ausreichend ist.
- Testament oder Erbvertrag erstellen: Nach der Heirat sollte ein gemeinsames Testament erstellt werden. Das Berliner Testament ist für viele Paare ein sinnvoller Ausgangspunkt.
- Vorsorgevollmacht aktualisieren: Stellen Sie sicher, dass Ihr Ehepartner als Bevollmächtigter in Ihrer Vorsorgevollmacht eingetragen ist und die Vollmacht aktuell ist.
- BU-Rentenhöhe und Absicherungsbedarf neu berechnen: Mit Heirat steigt häufig der Absicherungsbedarf; die BU-Rente muss ggf. über die Nachversicherungsgarantie erhöht werden.
- Gemeinsame Finanzstrategie entwickeln: Klären Sie, wie Finanzen in der Ehe organisiert werden: gemeinsames Konto, getrennte Konten oder Mischmodell. Definieren Sie gemeinsame Sparziele.
- Gemeinsame Altersvorsorge planen: Wenn ein Partner wenig oder nicht arbeitet, sollte eine eigenständige Altersvorsorge für diesen aufgebaut werden. Versorgungslücken im Alter schmerzen doppelt.
- Finanziellen Puffer für neue Ausgaben einplanen: Hochzeit, Flitterwochen, möglicherweise neue Wohnung: Planen Sie diese Kosten ein und schützen Sie Ihre Ersparnisse vor dem Verzehr.
Typische Fehler
Güterstand nicht geregelt: Im Scheidungsfall oder Todesfall entscheidet der gesetzliche Güterstand. Für Praxisinhaber kann das zur Hälftung des Praxisvermögens führen, was existenzbedrohend sein kann.
Versicherungen nicht aktualisiert: Alte Bezugsberechtigungen und fehlende Aktualisierungen führen zu ungewollten Ergebnissen im Leistungsfall.
Steuerklassenwahl nicht überprüft: Viele Ehepaare behalten die Standardklasse IV/IV, obwohl III/V mehr Nettolohn bedeutet. Berechnung durch den Steuerberater lohnt sich immer.
Fazit
Heirat ist ein Anlass für eine umfassende Finanzüberprüfung. Ärzteversichert begleitet Sie bei der Anpassung aller relevanten Versicherungen und hilft bei der Planung der gemeinsamen Vorsorge. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.
Quellen
- BMF – Steuerklassenwahl
- GDV – Versicherungen für Familien
- Deutsche Rentenversicherung – Altersvorsorge für Paare
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