Klinikärzte werden häufig nach dem TV-Ärzte (Marburger Bund) vergütet, aber außertarifliche Gehaltsbestandteile und Sondervereinbarungen sind verhandelbar. Wer gut vorbereitet in das Gehaltsgespräch geht, erzielt deutlich bessere Ergebnisse. Diese Checkliste hilft Ihnen, Ihre Gehaltsverhandlung professionell vorzubereiten und durchzuführen.
Die Checkliste
- Aktuelle Tarifstruktur kennen: Informieren Sie sich über den aktuellen TV-Ärzte und Ihre aktuelle Entgeltgruppe; kennen Sie die maximal mögliche Eingruppierung für Ihre Position.
- Eigene Leistungen dokumentieren: Erstellen Sie eine Übersicht Ihrer Leistungen: Behandlungszahlen, Forschungsbeiträge, Publikationen, Übernahme von Zusatzaufgaben, Weiterbildung.
- Marktübliche Vergütung recherchieren: Vergleichen Sie Ihr Gehalt mit Angaben aus Gehaltsberichten (z. B. Ärzte-Zeitung-Gehaltsumfrage, Marburger Bund-Tarifinfo); kennen Sie den Marktwert Ihrer Position und Fachrichtung.
- Richtigen Zeitpunkt wählen: Optimale Zeitpunkte für Gehaltsverhandlungen sind nach erfolgreichen Projekten, bei Verlängerung des Arbeitsvertrags oder beim Jahresgespräch.
- Konkrete Gehaltsforderung formulieren: Definieren Sie vor dem Gespräch eine konkrete Zielzahl und eine Untergrenze; vage Wünsche führen zu keinen Ergebnissen.
- Zusatzleistungen einbeziehen: Verhandeln Sie nicht nur Grundgehalt, sondern auch Fortbildungsbudget, Dienstwagen, Betriebliche Altersvorsorge und flexible Arbeitszeiten.
- Gesprächstermin frühzeitig vereinbaren: Vereinbaren Sie das Gespräch formell per E-Mail oder Brief; informeller Kontakt führt selten zu verbindlichen Ergebnissen.
- Selbstbewusst und sachlich argumentieren: Begründen Sie Ihre Forderung mit Leistung und Marktvergleich, nicht mit persönlichen Bedürfnissen; sachliche Argumente sind überzeugender.
- Gegenangebote ruhig evaluieren: Nehmen Sie sich Zeit für Gegenangebote; zeigen Sie Offenheit für alternative Vergütungsbestandteile, wenn das Grundgehalt nicht erhöhbar ist.
- Ergebnis schriftlich festhalten: Jedes Verhandlungsergebnis muss schriftlich bestätigt werden; mündliche Zusagen sind schwer durchzusetzen.
- Wechselalternative realistisch einschätzen: Ein Jobangebot von woanders kann Ihnen Verhandlungsmacht verleihen; seien Sie aber nur dann bereit, es zu erwähnen, wenn Sie wirklich wechseln würden.
- Nein als Ausgangspunkt, nicht als Ende verstehen: Ein erstes Nein ist kein Scheitern; fragen Sie nach, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit eine Erhöhung möglich wird.
Typische Fehler
- Unvorbereitet ins Gespräch gegangen: Ohne Marktrecherche und eigene Leistungsübersicht fehlen überzeugende Argumente.
- Zu klein gedacht: Viele Ärzte fordern weniger als sie bekommen könnten; wer nicht fragt, bekommt auch nichts.
- Ergebnis nicht schriftlich bestätigt: Mündliche Zusagen werden im Klinikalltag häufig vergessen oder anders interpretiert; ohne schriftliche Bestätigung zählen sie wenig.
Fazit
Eine Gehaltsverhandlung ist eine Investition in wenige Stunden Vorbereitung, die über Jahre Früchte trägt. Ärzteversichert unterstützt Klinikärzte bei allen finanziellen Planungsthemen. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.
Quellen
- Bundesärztekammer – Arbeitsrecht für Ärzte
- KBV – TV-Ärzte und Vergütung
- BMF – Steuerliche Behandlung von Sonderzahlungen
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