Beim Abschluss einer BU-Versicherung sind die Antworten auf die Gesundheitsfragen die wichtigste Stellschraube. Falsche oder unvollständige Angaben können dazu führen, dass der Versicherer im Leistungsfall den Vertrag anficht und keine Leistung erbringt. Für Ärzte, die ihre eigene Krankengeschichte gut kennen, besteht das Risiko, unbewusst zu viel oder zu wenig anzugeben. Diese Checkliste hilft bei der korrekten Vorbereitung.
Die Checkliste
- Gesundheitsunterlagen vollständig sammeln: Fordern Sie Ihren Hausarzt und alle Fachärzte um einen vollständigen Überblick über Diagnosen, Behandlungen und Medikamente der letzten fünf bis zehn Jahre an.
- Rückblickzeitraum der Gesundheitsfragen kennen: Versicherer fragen üblicherweise nach den letzten fünf bis zehn Jahren; einige fragen lebenslang nach bestimmten Erkrankungen. Lesen Sie die Fragen sorgfältig.
- Vorerkrankungen vollständig und korrekt angeben: Geben Sie alle im gefragten Zeitraum behandelten oder bekannten Erkrankungen an, auch wenn sie scheinbar unbedeutend sind (z. B. Rückenbeschwerden, Allergien).
- Psyschische Erkrankungen nicht verschweigen: Burnout, Depressionen oder Angststörungen sind häufige BU-Ursachen; werden sie bei der Antragstellung verschwiegen, riskieren Sie die Vertragsanfechtung.
- Medikamente vollständig auflisten: Geben Sie alle dauerhaft oder regelmäßig eingenommenen Medikamente an, auch rezeptfreie; fehlende Angaben gelten als Verletzung der Anzeigepflicht.
- Operationen und stationäre Aufenthalte erfassen: Listen Sie alle Operationen und Krankenhausaufenthalte des Fragezeitraums auf, unabhängig von deren scheinbarer Relevanz.
- Sport und Freizeitrisiken angeben: Bestimmte Extremsportarten (Klettern, Tauchen, Motorradfahren) können die Prämie erhöhen oder zu Ausschlüssen führen; geben Sie diese wahrheitsgemäß an.
- Anonyme Risikovoranfrage bei Vorerkrankungen nutzen: Wenn Sie unsicher sind, ob eine Vorerkrankung zu Ablehnung oder Aufschlag führt, stellen Sie eine anonyme Voranfrage bei mehreren Versicherern; so vermeiden Sie Ablehnungsnotizen.
- Keine Selbstdiagnosen oder -behandlungen verschweigen: Auch Beschwerden, die Sie als Arzt selbst behandelt oder überwacht haben, sind relevante Gesundheitsangaben.
- Angaben mit behandelndem Arzt abstimmen: Klären Sie mit Ihrem Hausarzt, was in Ihrer Akte dokumentiert ist; Widersprüche zwischen Ihren Angaben und der Akte können als Falschangabe gewertet werden.
- Alle Angaben schriftlich dokumentieren: Fertigen Sie eine Kopie des ausgefüllten Antragsformulars an; bei späteren Anfechtungen ist die ursprüngliche Fassung Ihr Nachweis.
- Berater hinzuziehen: Ein auf Ärzte spezialisierter Versicherungsberater kennt die typischen Fragen und Fallstricke; seine Begleitung reduziert das Risiko von Fehlern erheblich.
Typische Fehler
- Vorerkrankungen als unwesentlich eingestuft: Ärzte neigen dazu, eigene Beschwerden zu bagatellisieren; was medizinisch trivial wirkt, kann versicherungsrechtlich relevant sein.
- Selbstbehandlungen nicht erwähnt: Selbst verschriebene Medikamente oder Eigentherapien sind ebenfalls angabepflichtig.
- Keine Voranfrage bei Vorerkrankungen: Eine formelle Ablehnung landet in der Hinweis- und Informationssystem-Datenbank der Versicherer; das erschwert jeden späteren Abschluss erheblich.
Fazit
Korrekte Gesundheitsangaben sind die Voraussetzung für einen wirksamen BU-Schutz. Ärzteversichert begleitet Ärzte von der Risikovoranfrage bis zur Vertragsunterzeichnung. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.
Quellen
- GDV – Anzeigepflicht beim Versicherungsabschluss
- BaFin – Versicherungsrecht und Verbraucherschutz
- Gesetze im Internet – VVG § 19 Anzeigepflicht
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