In der privatärztlichen Praxis beeinflusst das Personal die GOÄ-Abrechnung auf vielfältige Weise: Es empfängt Patienten, erklärt Honorarvereinbarungen, erfasst Leistungen in der Software und beantwortet Fragen zu Rechnungen. Wer das Personal nicht ausreichend über die Besonderheiten der GOÄ-Abrechnung informiert, riskiert Abrechnungsfehler, Missverständnisse mit Privatpatienten und vermeidbare Konflikte. Diese Checkliste zeigt, wie Sie Ihr Team bei der GOÄ-Optimierung systematisch einbinden.
Die Checkliste
- Personal über Unterschied GKV/GOÄ schulen: Alle Mitarbeiter müssen verstehen, wie sich die GOÄ-Abrechnung von der GKV-Abrechnung unterscheidet – insbesondere bei Steigerungsfaktoren, Honorarvereinbarungen und der PKV-Erstattung.
- Leistungserfassung in der Praxissoftware trainieren: Wer GOÄ-Leistungen in der Software erfasst, muss wissen, welche Ziffern für welche Leistungen korrekt sind. Fehler bei der Leistungserfassung führen zu Abrechnungsverlusten.
- Honorarvereinbarungen erklären und vorlegen lassen: Mitarbeiter am Empfang legen Honorarvereinbarungen zur Unterschrift vor. Sie müssen in der Lage sein, die Grundzüge der Vereinbarung zu erklären – ohne zu beraten.
- Umgang mit Patientenfragen zur Rechnung schulen: Wenn Patienten Fragen zu ihrer GOÄ-Rechnung haben, muss das Personal wissen, welche Fragen es selbst beantworten kann und wann es den Arzt hinzuziehen soll.
- Schweigepflicht bei Abrechnungsgesprächen betonen: Abrechnungsdaten sind hochsensibel. Das Personal darf keine Informationen über Rechnungen oder Honorare an Dritte weitergeben.
- Neue GOÄ-Ziffern und Änderungen kommunizieren: Nach jeder Aktualisierung der GOÄ oder nach einem Optimierungsaudit müssen die betroffenen Mitarbeiter über die Änderungen informiert werden.
- IGeL-Kommunikation schulen: Wie bietet das Personal IGeL-Leistungen korrekt an, ohne Druck zu erzeugen? Ein standardisierter Gesprächsleitfaden hilft bei der sachlichen und transparenten Kommunikation.
- Mahnwesen-Prozess kommunizieren: Wer ist für das Mahnwesen zuständig? Wie läuft der Mahnprozess ab? Alle beteiligten Mitarbeiter müssen den Prozess kennen und konsequent umsetzen.
- Datenschutz bei GOÄ-Daten schulen: GOÄ-Abrechnungsdaten enthalten besonders sensible Informationen. Das Personal muss über die DSGVO-Anforderungen informiert sein und diese im Alltag umsetzen.
- Schulungen dokumentieren: Alle Mitarbeiterschulungen zu GOÄ und privatärztlicher Abrechnung müssen mit Datum, Inhalt und Teilnehmerliste dokumentiert werden.
- Regelmäßige Briefings zum Jahresoptimierungsprozess einplanen: Im Rahmen der jährlichen GOÄ-Optimierung sollte ein kurzes Teambriefing stattfinden, um alle Mitarbeiter auf den aktuellen Stand zu bringen.
Typische Fehler
Personal weiß nicht, was eine Honorarvereinbarung ist: Wenn der Empfang eine Vereinbarung vorlegt, ohne erklären zu können, was darin steht, wirkt das unprofessionell und provoziert Rückfragen.
Leistungserfassung fehlerhaft: Eingabefehler bei GOÄ-Ziffern fallen oft erst bei der Rechnungsstellung oder einer PKV-Ablehnung auf. Dann ist die Korrektur aufwändig.
IGeL wird zu offensiv angeboten: Personal, das Selbstzahlerleistungen zu drängend kommuniziert, beschädigt das Vertrauensverhältnis und stößt Patienten ab.
Fazit
Informiertes und geschultes Personal ist die Grundlage für eine reibungslose GOÄ-Abrechnung. Ärzteversichert empfiehlt, Schulungen und Briefings als feste Bestandteile der jährlichen GOÄ-Optimierung zu verankern. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.
Quellen
- Bundesärztekammer – GOÄ und Praxisorganisation
- PKV-Verband – Transparenz in der privatärztlichen Abrechnung
- Kassenärztliche Bundesvereinigung – Doppelzulassung und privatärztliche Tätigkeit
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