Qualitätsmanagement und privatärztliche GOÄ-Abrechnung greifen enger ineinander als viele Ärzte wahrnehmen. Ein funktionierendes QM-System verbessert nicht nur die Patientensicherheit, sondern auch die Qualität der Dokumentation – und damit die Belastbarkeit der GOÄ-Abrechnung gegenüber PKV-Widersprüchen. Darüber hinaus setzen bestimmte GOÄ-Leistungen (z. B. im Bereich Qualitätssicherung, Hygiene oder Gerätemedizin) eine nachweisbare QM-Struktur voraus. Diese Checkliste hilft Ihnen, QM und GOÄ-Optimierung zu verbinden.

Die Checkliste

  1. QM-Prozesse mit GOÄ-relevanten Leistungen verknüpfen: Identifizieren Sie, welche Ihrer privatärztlichen Leistungen QM-Anforderungen unterliegen – z. B. Qualitätssicherung bei Gerätemedizin oder Hygienedokumentation bei invasiven Eingriffen.
  1. QM-Handbuch auf Vollständigkeit prüfen: Liegt ein aktuelles QM-Handbuch vor, das alle relevanten Praxisprozesse beschreibt? Stellen Sie sicher, dass privatärztliche Abrechnungsprozesse darin enthalten sind.
  1. Fehlermanagement für Abrechnungsfehler einrichten: Ein strukturiertes Fehlermanagement, das Abrechnungsfehler systematisch erfasst und analysiert, ist sowohl QM-Bestandteil als auch Grundlage der GOÄ-Optimierung.
  1. Interne Audits der Abrechnungsqualität durchführen: Prüfen Sie regelmäßig intern, ob die GOÄ-Abrechnung den Anforderungen entspricht – korrekte Ziffern, vollständige Dokumentation, rechtswirksame Vereinbarungen.
  1. Schulungsnachweise für GOÄ-relevante Mitarbeiter archivieren: Mitarbeiter, die an der GOÄ-Abrechnung beteiligt sind, müssen regelmäßig geschult werden. Die Nachweise gehören in die QM-Dokumentation.
  1. Patientenbeschwerden zur Abrechnung systematisch erfassen: Beschwerden über GOÄ-Rechnungen sind wertvolles Feedback für die Optimierung. Erfassen und analysieren Sie diese im QM-System.
  1. Gerätewartungsprotokoll als QM-Bestandteil führen: Wartungsprotokolle für Medizingeräte sind nicht nur abrechnungsrelevant, sondern auch QM-Pflicht. Stellen Sie sicher, dass sie im QM-System verankert sind.
  1. QM-Zertifizierung auf privatärztliche Leistungen prüfen: Falls die Praxis nach einem QM-Verfahren zertifiziert ist, prüfen Sie, ob die privatärztlichen Leistungsbereiche in der Zertifizierung ausreichend berücksichtigt sind.
  1. Patientenzufriedenheit auch zu Abrechnungsaspekten messen: Befragen Sie Privatpatienten auch zur Verständlichkeit und Fairness der Abrechnung. Diese Rückmeldungen liefern wichtige Hinweise für die GOÄ-Optimierung.
  1. QM und GOÄ-Optimierung im gleichen Jahresrhythmus planen: Wenn beide Prozesse synchron laufen, spart das Zeit und stellt sicher, dass QM-Erkenntnisse in die GOÄ-Optimierung einfließen.
  1. QM-Dokumentation revisionssicher archivieren: Alle QM-Dokumente müssen mit Datum versehen und so archiviert sein, dass Änderungen nachvollziehbar sind.

Typische Fehler

QM betrifft nur den GKV-Bereich: Viele Praxen orientieren ihr QM hauptsächlich an KBV-Anforderungen und vergessen, die privatärztlichen Leistungsbereiche einzubeziehen.

Keine Verknüpfung zwischen QM-Audit und Abrechnungsaudit: QM-Audits und Abrechnungsreviews finden getrennt statt, ohne dass Ergebnisse ausgetauscht werden. Synergien bleiben ungenutzt.

Patientenbeschwerden zur Abrechnung nicht erfasst: Beschwerden werden mündlich beantwortet und nicht dokumentiert. Wertvolles Optimierungspotenzial geht verloren.

Fazit

QM und GOÄ-Optimierung sind natürliche Verbündete. Ärzteversichert empfiehlt, beide Prozesse konsequent zu synchronisieren und gemeinsame Erkenntnisse systematisch zu nutzen. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.

Quellen

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