Eine GOÄ-Optimierung, die auf unvollständiger Basis durchgeführt wird, ist wenig aussagekräftig. Bevor die eigentliche Analyse beginnt, müssen alle relevanten Unterlagen vollständig zusammengetragen sein – von Abrechnungsstatistiken über PKV-Korrespondenz bis zu Honorarvereinbarungen. Diese Checkliste hilft Ihnen, die Grundlage für eine fundierte GOÄ-Optimierung systematisch zu schaffen.

Die Checkliste

  1. Abrechnungsstatistiken aus der Praxissoftware exportieren: Exportieren Sie für die letzten zwölf Monate eine vollständige Übersicht der abgerechneten GOÄ-Ziffern, Steigerungsfaktoren und Honorarvolumina je Ziffer.
  1. PKV-Ablehnungs- und Kürzungsübersicht erstellen: Welche GOÄ-Positionen wurden in den letzten Monaten von PKV-Gesellschaften am häufigsten abgelehnt oder gekürzt? Diese Liste ist der wichtigste Ausgangspunkt für die Optimierung.
  1. Alle aktiven Honorarvereinbarungen zusammenstellen: Erstellen Sie eine vollständige Übersicht aller aktuell gültigen Honorarvereinbarungen – geordnet nach Patienten, Leistungen und vereinbarten Faktoren.
  1. GOÄ-Kommentare und BÄK-Auslegungshinweise aktualisieren: Stellen Sie sicher, dass Sie über die aktuellste Ausgabe des GOÄ-Kommentars sowie die neuesten Analogziffernlisten und BÄK-Auslegungshinweise verfügen.
  1. Jahresabschluss und BWA des letzten Geschäftsjahres bereitstellen: Für eine Gesamtbeurteilung der wirtschaftlichen Situation der Praxis sind Jahresabschluss und aktuelle betriebswirtschaftliche Auswertung wichtige Grundlagen.
  1. Offene Forderungsübersicht erstellen: Welche GOÄ-Rechnungen sind noch offen? Wie alt sind die ältesten Forderungen? Diese Übersicht zeigt, wo im Mahnwesen Handlungsbedarf besteht.
  1. Qualifikationsnachweise für GOÄ-Leistungen sichten: Liegen für alle abgerechneten Leistungen, die besondere Qualifikationen erfordern, aktuelle Zertifikate vor? Das ist Voraussetzung für die Abrechenbarkeit.
  1. Gerätewartungsprotokolle zusammenstellen: Für Gerätemedizin-Positionen in der GOÄ müssen aktuelle Wartungsprotokolle vorliegen. Stellen Sie diese für die Analyse bereit.
  1. Korrespondenz mit PKV-Gesellschaften sichten: Überprüfen Sie, welche Schreiben von PKV-Gesellschaften in den letzten Monaten eingegangen sind, und fassen Sie die wichtigsten Kritikpunkte zusammen.
  1. Vergleichsdaten aus Fachverbänden oder Kollegenumfeld einholen: Benchmarks aus dem Fachverband oder von einem spezialisierten Berater helfen, die eigene Abrechnungsstruktur einzuordnen.
  1. Alle Unterlagen strukturiert ablegen: Richten Sie eine klare Ablagestruktur ein – digital oder physisch – und legen Sie alle gesammelten Unterlagen vor Beginn der Analyse vollständig ab.

Typische Fehler

PKV-Ablehnungen nicht systematisch erfasst: Viele Praxen haben keine Übersicht über zurückgewiesene GOÄ-Positionen. Damit fehlt der wichtigste Ansatzpunkt für die Optimierung.

Veralteter GOÄ-Kommentar genutzt: Wer mit einem veralteten Kommentar arbeitet, verpasst aktuelle Analogziffern und Auslegungshinweise, die Honorarpotenziale erschließen würden.

Keine Jahresübersicht der Abrechnungsstatistik: Einzelne Monatsdaten ohne Jahresüberblick ermöglichen keine strukturierte Analyse. Eine Jahresübersicht ist Pflicht.

Fazit

Das vollständige Sammeln aller Unterlagen ist die Voraussetzung für eine wirksame GOÄ-Optimierung. Ärzteversichert empfiehlt, diese Phase als festen ersten Schritt des jährlichen Optimierungsprozesses zu etablieren. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.

Quellen

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