Beim Start eines Medizinischen Versorgungszentrums (MVZ) sind die EBM-Abrechnungscodes für alle beteiligten Fachrichtungen sorgfältig zu prüfen, da Fehler in der Kodierung zu Rückforderungen durch die Kassenärztliche Vereinigung führen können. Ein MVZ mit mehreren Fachbereichen hat besonders komplexe Abrechnungsanforderungen, die von Beginn an korrekt abgebildet sein müssen. Diese Checkliste hilft, die Abrechnungscodes beim MVZ-Start systematisch zu überprüfen.

Checkliste: MVZ-Start – Abrechnungscodes prüfen für Ärzte

  • [ ] EBM-Leistungsverzeichnis für alle im MVZ vertretenen Fachrichtungen auf Vollständigkeit prüfen
  • [ ] Fachgruppennummern und Betriebsstättennummern aller angestellten Ärzte bei der KV hinterlegen
  • [ ] Leistungsausschlüsse und Mengenbegrenzungen im EBM für die geplanten Leistungen klären
  • [ ] Abrechnungssoftware mit allen relevanten Ziffern für die beteiligten Fachrichtungen konfigurieren
  • [ ] Überweisungsleistungen und konsiliarärztliche Leistungen im MVZ-internen Ablauf klären
  • [ ] Plausibilitätsprüfungen der KV-Software vor dem ersten Abrechnungsquartal testen
  • [ ] Quartalsweise Abrechnungsübersichten auf auffällige Abweichungen hin überwachen
  • [ ] Fortbildungsmaßnahmen für die abrechnungsverantwortlichen Mitarbeiter sicherstellen

Hinweise zur Umsetzung

MVZ-Strukturen unterliegen eigenen Abrechnungsregeln, insbesondere wenn Ärzte verschiedener Fachrichtungen unter einer Betriebsstättennummer tätig sind. Die KV prüft, ob erbrachte Leistungen der jeweiligen Fachgruppe zugeordnet werden können und ob die Mengenbegrenzungen eingehalten wurden. Eine enge Abstimmung mit dem KV-Abrechnungsberater vor dem ersten Quartal ist daher empfehlenswert und kann spätere Korrekturen und Rückforderungen vermeiden.

Ärzteversichert empfiehlt MVZ-Gründern, neben der Abrechnungsabsicherung auch die Vermögensschadens-Haftpflichtversicherung für das MVZ-Management zu überprüfen. Fehler in der Abrechnungsgestaltung, die zu finanziellen Schäden für das MVZ führen, können als Managementfehler haftungsrechtlich relevant sein. Eine D&O-Versicherung oder eine spezielle Managerhaftpflicht sichert die Geschäftsführung gegen solche Risiken ab.

Quellen und weiterführende Informationen

Persönliche Beratung zu diesem Thema?

Kostenfreie Erstberatung anfragen →