Die Gründung eines Medizinischen Versorgungszentrums (MVZ) ist mit erheblichen Anlauf- und Betriebskosten verbunden, die vor dem Start vollständig kalkuliert werden müssen. Eine realistische Kostenplanung schützt vor Liquiditätsengpässen in der Startphase und sichert die wirtschaftliche Stabilität des MVZ. Diese Checkliste hilft, alle kostenrelevanten Positionen beim MVZ-Start systematisch zu erfassen.

Checkliste: MVZ-Start – Kosten kalkulieren für Ärzte

  • [ ] Einmalige Gründungskosten (Notar, Handelsregistereintrag, Rechts- und Steuerberatung) kalkulieren
  • [ ] Investitionskosten für medizinische Geräte, IT-Ausstattung und Praxiseinrichtung ermitteln
  • [ ] Mietkosten und Mietnebenkosten für alle Praxisräume des MVZ einplanen
  • [ ] Personalkosten für angestellte Ärzte, Assistenzpersonal und Verwaltung vollständig kalkulieren
  • [ ] Versicherungsprämien für alle notwendigen Betriebsversicherungen budgetieren
  • [ ] Anlaufverluste für die ersten Quartale bis zum Break-even in der Finanzplanung berücksichtigen
  • [ ] Liquiditätsreserve von mindestens drei Monaten Betriebskosten als Puffer einplanen
  • [ ] Finanzierungsplan mit Bank oder Investor auf Tragfähigkeit prüfen lassen

Hinweise zur Umsetzung

MVZ-Gründungen scheitern häufig nicht am Konzept, sondern an einer zu optimistischen Kostenplanung. Besonders die Anlaufphase, in der Patienten noch aufgebaut werden und die Abrechnung der ersten Quartale noch aussteht, kann eine erhebliche Liquiditätsbelastung darstellen. Ein detaillierter Businessplan, der auch pessimistische Szenarien abdeckt, ist die Grundlage für eine solide Finanzierung und überzeugt auch Kreditgeber von der Seriosität des Vorhabens.

Ärzteversichert empfiehlt, bei der Kostenkalkulation eines MVZ auch die Versicherungskosten vollständig zu berücksichtigen. Neben der Berufshaftpflicht für alle angestellten Ärzte sind Betriebshaftpflicht, Inhaltsversicherung, Cyber- und Betriebsunterbrechungsversicherung relevante Positionen. Ein Versicherungskonzept, das bereits in der Gründungsphase erstellt wird, vermeidet spätere Deckungslücken und ermöglicht eine realistische Budgetplanung.

Quellen und weiterführende Informationen

Persönliche Beratung zu diesem Thema?

Kostenfreie Erstberatung anfragen →