Die Einstellung von Praxispersonal ist mit erheblichen Kosten verbunden, die über den reinen Bruttogehalt weit hinausgehen. Eine realistische Kostenkalkulation hilft Praxisinhabern, die finanzielle Tragfähigkeit einer neuen Stelle zu bewerten und Überraschungen bei der Lohnabrechnung zu vermeiden. Diese Checkliste führt alle relevanten Kostenpositionen auf.

Checkliste: Personal-Einstellung – Kosten kalkulieren für Ärzte

  • [ ] Bruttogehalt anhand von Tarifverträgen (z.B. TVöD oder MFA-Tarif) ermitteln
  • [ ] Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung (ca. 20 Prozent) einkalkulieren
  • [ ] Kosten für Urlaubs- und Weihnachtsgeld sowie mögliche Prämien berücksichtigen
  • [ ] Aufwendungen für Berufskleidung, Fortbildungen und Schutzausrüstung einplanen
  • [ ] Beiträge zur Berufsgenossenschaft (BGW) für jeden neuen Mitarbeiter berücksichtigen
  • [ ] Kosten für Lohnbuchhaltung und DATEV-Softwarelizenz mit einrechnen
  • [ ] Onboarding-Kosten (Einarbeitung, Schulungen, Materialien) budgetieren
  • [ ] Rücklagen für Krankheits- und Urlaubsvertretung in die Jahresplanung aufnehmen

Hinweise zur Umsetzung

Die Gesamtkosten eines Mitarbeiters liegen in der Regel bei 130 bis 140 Prozent des Bruttolohns, wenn alle Nebenkosten berücksichtigt werden. Bei der Einstellung sollte daher nicht nur geprüft werden, ob das Gehalt bezahlt werden kann, sondern ob auch die langfristigen Personalkosten durch die Praxiseinnahmen gedeckt sind. Besonders bei Teilzeitkräften und Minijobbern gibt es steuerliche Besonderheiten, die mit dem Steuerberater abgestimmt werden sollten.

Ärzteversichert empfiehlt, bei der Personaleinstellung auch den Versicherungsschutz für Mitarbeiter zu überprüfen. Eine Gruppenunfall- oder Gruppenberufsunfähigkeitsversicherung kann als attraktives Benefit die Praxis als Arbeitgeber attraktiver machen und gleichzeitig steuerlich als Betriebsausgabe geltend gemacht werden.

Quellen und weiterführende Informationen

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