Die gesetzliche Pflegeversicherung ist eine Teilkaskoversicherung: Sie deckt bei Pflegegrad 5 maximal 2.017 Euro monatlich im Pflegeheim, während die tatsächlichen Heimkosten oft 3.500 bis 5.000 Euro betragen. Die Lücke muss aus Eigenmitteln geschlossen werden. Eine Pflegezusatzversicherung schützt vor diesem Risiko.

Die Checkliste

  1. Pflegezusatzversicherungstyp wählen: Es gibt drei Haupttypen: Tagegeldversicherung (zahlt einen festen Betrag je Pflegetag), Pflegekostenversicherung (erstattet nachgewiesene Kosten) und Pflegerentenversicherung (zahlt eine monatliche Rente bei Pflegebedürftigkeit). Für Ärzte ist die Pflegerente häufig sinnvoll.
  2. Leistungsauslöser und Pflegegrade prüfen: Die Versicherung sollte ab Pflegegrad 2 leisten und mit steigendem Pflegegrad höhere Leistungen erbringen. Einige Tarife leisten erst ab Pflegegrad 4; das ist für die meisten Situationen zu spät.
  3. Leistungshöhe realistisch kalkulieren: Berechnen Sie die voraussichtliche Versorgungslücke zwischen gesetzlichen Pflegeleistungen und tatsächlichen Heimkosten in Ihrer Region. Dieser Betrag sollte durch die Zusatzversicherung gedeckt sein.
  4. Staatliche Förderung (Pflege-Bahr) prüfen: Für geförderte Pflegetagegeldversicherungen nach dem Pflege-Bahr-Modell zahlt der Staat 5 Euro monatlich Zuschuss. Die Förderung setzt voraus, dass kein Gesundheitstest stattfindet.
  5. Gesundheitsprüfung rechtzeitig einplanen: Bei Pflegezusatzversicherungen ohne Gesundheitsfreistellung werden Gesundheitsfragen gestellt. Vorerkrankungen können zu Aufschlägen oder Ausschlüssen führen. Früher Abschluss bei guter Gesundheit ist vorteilhaft.
  6. Laufzeit und Beitragsstabilität prüfen: Schließen Sie eine lebenslange Versicherung ab. Prüfen Sie, ob der Versicherer Beitragsanpassungen vornehmen kann und wie häufig das in der Vergangenheit geschehen ist.
  7. Wartezeiten und Karenzzeiten beachten: Viele Pflegezusatzversicherungen haben Wartezeiten (z.B. 3 Jahre) nach Abschluss. Nach Eintritt der Pflegebedürftigkeit gibt es oft Karenzzeiten, bevor Leistungen fließen.
  8. Produktqualität durch unabhängige Ratings prüfen: Prüfen Sie Bewertungen von Morgen & Morgen oder anderen unabhängigen Ratingagenturen. Günstige Beiträge allein sagen wenig über die Leistungsqualität aus.
  9. Kombination mit anderen Vorsorgebausteinen prüfen: Eine Pflegezusatzversicherung ergänzt BU, Krankenversicherung und Altersvorsorge. Ärzteversichert hilft, alle Bausteine aufeinander abzustimmen.
  10. Frühzeitig abschließen: Die Beiträge steigen mit zunehmendem Alter erheblich. Wer in den Dreißigern beginnt, zahlt deutlich weniger als jemand, der erst mit 60 abschließt.

Typische Fehler

Zu späten Einstieg gewählt: Mit zunehmendem Alter steigen Beiträge und Hürden bei der Gesundheitsprüfung. Früher Abschluss ist deutlich günstiger.

Leistungshöhe zu gering gewählt: Wer einen Tagessatz von 30 Euro wählt, deckt bei Heimkosten von 4.000 Euro kaum ein Zehntel der Lücke. Realistische Kalkulation ist Pflicht.

Nur staatlich gefördertes Produkt gewählt: Pflege-Bahr-Produkte haben zwar keine Gesundheitsprüfung, leisten aber oft erst ab Pflegegrad 4 und mit geringen Beträgen. Das reicht für eine vollständige Absicherung häufig nicht.

Fazit

Eine Pflegezusatzversicherung ist ein unverzichtbarer Baustein der Altersvorsorge für Ärzte. Ärzteversichert findet für Sie den Tarif mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.

Quellen

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