Photovoltaikanlagen auf Arztpraxen sind nicht nur ökologisch sinnvoll, sondern können durch Eigenverbrauch und Einspeisevergütung auch wirtschaftlich attraktiv sein. Die Installation birgt jedoch planungsrechtliche, steuerliche und versicherungstechnische Fragen, die vorab geklärt werden müssen.

Die Checkliste

  1. Wirtschaftlichkeitsberechnung durchführen: Ermitteln Sie den Jahresstromverbrauch der Praxis und die mögliche Erzeugungsleistung einer PV-Anlage. Berechnen Sie Amortisationszeit, jährliche Einsparungen und Rendite.
  2. Eigentumsverhältnisse klären: Wenn Sie Mieter der Praxisräume sind, brauchen Sie die Zustimmung des Eigentümers zur PV-Installation. Bauen Sie die Genehmigungspflicht in den Mietvertrag ein.
  3. Bauplanungsrechtliche Genehmigung prüfen: Je nach Gebäude und Region können Baugenehmigungen nötig sein. Informieren Sie sich beim zuständigen Bauamt.
  4. Technischen Ertrag durch einen Fachbetrieb planen lassen: Die tatsächliche Erzeugung hängt von Ausrichtung, Dachneigung, Verschattung und Modultyp ab. Ein zertifizierter Fachbetrieb erstellt eine realistische Ertragsplanung.
  5. Netzanmeldung beim Netzbetreiber vornehmen: Jede Photovoltaikanlage muss beim zuständigen Netzbetreiber angemeldet werden. Dieser prüft die technischen Voraussetzungen und genehmigt den Netzanschluss.
  6. Einspeisevergütung und Marktstammdatenregister beachten: Anlagen müssen im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur registriert werden, um Einspeisevergütung zu erhalten.
  7. Steuerliche Behandlung klären: Seit 2023 sind PV-Anlagen bis 30 kWp bei der Einkommensteuer befreit; Umsatzsteuer entfällt bei der Lieferung kleiner Anlagen. Klären Sie die aktuelle Rechtslage mit Ihrem Steuerberater.
  8. Versicherung der PV-Anlage abschließen: Die PV-Anlage muss gegen Schäden durch Sturm, Hagel, Feuer und Diebstahl versichert werden. Prüfen Sie, ob Ihre bestehende Gebäude- oder Inhaltsversicherung die Anlage einschließt.
  9. Wartungsvertrag abschließen: PV-Anlagen erfordern regelmäßige Reinigung und Überprüfung. Ein Wartungsvertrag sichert die optimale Leistung und die Gewährleistungsansprüche.
  10. Stromspeicher prüfen: Ein Batteriespeicher erhöht den Eigenverbrauch und damit die Wirtschaftlichkeit. Prüfen Sie, ob der Mehraufwand durch erhöhte Eigenstromversorgung gerechtfertigt ist.

Typische Fehler

Eigentümergenehmigung vergessen: Wer als Mieter eine PV-Anlage ohne Eigentümergenehmigung installiert, muss diese auf eigene Kosten wieder entfernen.

Keine Versicherung abgeschlossen: Eine unversicherte PV-Anlage kann bei Sturm oder Hagel einen Totalschaden erleiden, der vollständig selbst getragen werden muss.

Steuerliche Behandlung nicht geklärt: Die steuerlichen Regeln für PV-Anlagen haben sich 2023 geändert. Veraltete Informationen führen zu falschen Abzügen oder verpassten Vorteilen.

Fazit

Eine Photovoltaikanlage kann für die Arztpraxis wirtschaftlich sinnvoll sein und das Nachhaltigkeitsimage stärken. Ärzteversichert empfiehlt, alle Versicherungsfragen rund um die Anlage frühzeitig zu klären. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.

Quellen

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