Die Privatabrechnung nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) bietet niedergelassenen Ärzten Spielraum für eine rechtskonforme Optimierung der Honorareinnahmen. Wer die GOÄ-Ziffern konsequent und vollständig anwendet, Steigerungsfaktoren korrekt begründet und individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL) strukturiert anbietet, kann sein Privathonorar nachhaltig steigern. Diese Checkliste hilft, die Privatabrechnung systematisch zu überprüfen und zu optimieren.

Checkliste: Privatabrechnung optimieren

  • [ ] GOÄ-Ziffernverzeichnis auf nicht genutzte, aber regelmäßig erbrachte Leistungen prüfen
  • [ ] Steigerungsfaktoren über dem Regelsatz schriftlich und nachvollziehbar begründen
  • [ ] Honorarvereinbarungen für Leistungen über dem 3,5-fachen Gebührensatz korrekt abschließen
  • [ ] IGeL-Leistungen transparent kommunizieren und vor Erbringung schriftlich vereinbaren
  • [ ] Analoge Bewertungen nach § 6 Abs. 2 GOÄ für nicht im Katalog enthaltene Leistungen nutzen
  • [ ] Privatliquidationssoftware auf aktuelle GOÄ-Kommentare und Abrechnungsempfehlungen aktualisieren
  • [ ] Zahlungsmoral privater Patienten überwachen und konsequentes Mahnwesen einsetzen
  • [ ] Rückforderungen und Beanstandungen von PKV-Gesellschaften systematisch prüfen und ggf. widersprechen

Hinweise zur Umsetzung

Viele Praxen lassen GOÄ-Potenzial ungenutzt, weil Leistungen nicht vollständig oder mit zu geringen Steigerungsfaktoren abgerechnet werden. Ein externer GOÄ-Abrechnungscheck durch einen spezialisierten Dienstleister oder durch die Abrechnungsabteilung der Ärztekammer kann Optimierungspotenziale aufdecken. Besonders bei zeitintensiven Beratungsleistungen und technischen Untersuchungen ist eine genaue Prüfung lohnend.

Ärzteversichert empfiehlt, auch die Forderungsausfallversicherung in die Betrachtung der Privatabrechnung einzubeziehen. Bei hohen Privatforderungen können Zahlungsausfälle die Praxisliquidität belasten. Eine Forderungsausfallversicherung oder die Anbindung an einen Abrechnungsdienstleister mit Forderungsmanagement reduziert dieses Risiko erheblich und sichert die Liquidität der Praxis.

Quellen und weiterführende Informationen

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