Die meisten Ärzte gehen davon aus, dass das Versorgungswerk für einen komfortablen Ruhestand ausreicht. Die Realität sieht oft anders aus: Zwischen gewohntem Nettoeinkommen und erwarteter Versorgungswerkrente klafft häufig eine erhebliche Lücke, die rechtzeitig erkannt und geschlossen werden muss. Diese Checkliste zeigt Ihnen, wie Sie die Rentenlücke konkret berechnen und welche Maßnahmen helfen.

Die Checkliste

  1. Gewünschtes Ruhestandseinkommen festlegen: Definieren Sie, welches monatliche Nettoeinkommen Sie im Ruhestand benötigen. Berücksichtigen Sie Lebenshaltungskosten, Reisen, eventuelle Pflegekosten und Hobbys.
  1. Versorgungswerkansprüche ermitteln: Fordern Sie beim zuständigen Versorgungswerk eine aktuelle Rentenanwartschaftsauskunft an. Beachten Sie, dass der ausgewiesene Betrag auf aktuellen Beiträgen basiert und sich noch ändern kann.
  1. Inflation einrechnen: Eine heutige Rentenanwartschaft von 4.000 Euro hat in 20 Jahren aufgrund der Inflation erheblich weniger Kaufkraft. Rechnen Sie mit einer durchschnittlichen Inflation von 2–3 % pro Jahr.
  1. Sonstige Einkommensquellen zusammenstellen: Erfassen Sie alle weiteren voraussichtlichen Quellen: private Rentenversicherungen, Kapitalanlagen, Immobilienerträge, gesetzliche Rente (falls vorhanden) und Betriebsrenten.
  1. Rentenlücke berechnen: Ziehen Sie alle erwarteten Renteneinkünfte vom gewünschten Ruhestandseinkommen ab. Die Differenz ist Ihre Rentenlücke – monatlich und über den gesamten Renteneintrittszeitraum.
  1. Ansparphase und Zinseszinseffekt nutzen: Je früher Sie mit zusätzlicher Altersvorsorge beginnen, desto kleiner ist der monatliche Sparbeitrag. Berechnen Sie, welcher Sparbetrag bei einer angenommenen Rendite von 4–6 % bis zum Renteneintritt benötigt wird.
  1. Versorgungswerk-Beitrag optimieren: Prüfen Sie, ob eine Beitragserhöhung beim Versorgungswerk sinnvoll ist – viele Werke erlauben freiwillige Mehrzahlungen mit zusätzlichen Rentenansprüchen.
  1. Rürup-Rente als steuerlich geförderte Option prüfen: Als Selbstständiger können Ärzte Beiträge zur Rürup-Rente als Sonderausgaben steuerlich geltend machen – ein effektiver Weg zur geförderten Lückenfüllung.
  1. Kapitalanlage und ETF-Depot als Ergänzung nutzen: Breit diversifizierte ETF-Sparpläne bieten langfristig attraktive Renditen ohne hohe Produktkosten. Sie ergänzen die gebundene Altersvorsorge durch flexibles Kapital.
  1. Ruhestandsplan regelmäßig aktualisieren: Überprüfen Sie Ihre Rentenlückenberechnung alle zwei bis drei Jahre und passen Sie Sparraten und Anlagestruktur an veränderte Lebensumstände an.

Typische Fehler

  • Inflation nicht einrechnen: Wer die Rentenlücke in heutigen Euros berechnet, ohne Inflation zu berücksichtigen, unterschätzt den tatsächlichen Bedarf erheblich.
  • Versorgungswerkrente überschätzen: Die ausgewiesene Anwartschaft gilt bei gleichbleibenden Beiträgen – Beitragslücken durch Elternzeit oder Arbeitslosigkeit reduzieren die spätere Rente deutlich.
  • Zu spät mit der Vorsorge beginnen: Jedes Jahr ohne zusätzliche Altersvorsorge vergrößert die Lücke und erfordert später deutlich höhere Sparraten.

Fazit

Die rechtzeitige Berechnung und gezielte Schließung der Rentenlücke ist eine der wichtigsten Finanzentscheidungen im Arztleben. Ärzteversichert unterstützt Sie dabei mit einer unabhängigen Ruhestandsanalyse und maßgeschneiderten Vorsorgelösungen. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.

Quellen

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