Für Ärzte mit Familie, Praxiskredit oder Praxispartnerschaft ist die Risikolebensversicherung eine der wichtigsten und gleichzeitig günstigsten Absicherungen überhaupt. Im Todesfall hinterlässt ein Arzt ohne ausreichende Absicherung nicht nur eine trauernde Familie, sondern oft auch erhebliche Schulden. Diese Checkliste führt Sie durch alle relevanten Entscheidungsschritte.

Die Checkliste

  1. Absicherungsbedarf ermitteln: Berechnen Sie, welche Summe im Todesfall benötigt wird: offene Praxiskredite, Hypotheken, laufende Familienkosten für mindestens 10–15 Jahre, Ausbildungskosten der Kinder.
  1. Versicherungssumme festlegen: Als Faustregel gilt das 3–5-fache des Jahreseinkommens plus ausstehende Verbindlichkeiten. Für Praxisinhaber mit Krediten kann die Summe deutlich höher liegen.
  1. Laufzeit der Versicherung bestimmen: Die Laufzeit sollte bis zum Ende aller wesentlichen finanziellen Verpflichtungen reichen – mindestens bis das jüngste Kind finanziell unabhängig ist oder der Praxiskredit getilgt ist.
  1. Gesundheitsfragen vollständig und wahrheitsgemäß beantworten: Jede Vorerkrankung muss angegeben werden. Eine Falschaussage kann im Todesfall zur vollständigen Leistungsablehnung führen.
  1. Anonyme Voranfrage bei mehreren Versicherern stellen: Lassen Sie vor dem offiziellen Antrag anonym prüfen, ob und zu welchen Konditionen Versicherer Sie aufnehmen würden. So vermeiden Sie Ablehnungen, die in der Versicherungswirtschaft dokumentiert werden.
  1. Beitragshöhe und Kostenstruktur vergleichen: Risikolebensversicherungen sind weitgehend standardisiert – vergleichen Sie mehrere Angebote für gleiche Versicherungssumme und Laufzeit. Die Prämienunterschiede sind oft erheblich.
  1. Bezugsrecht korrekt regeln: Legen Sie fest, wer im Todesfall die Versicherungssumme erhält. Das Bezugsrecht kann erbschaftsteuerlich relevant sein – prüfen Sie dies mit Ihrem Steuerberater.
  1. Verbindliche Abtretung an Bank prüfen: Wenn die Risikolebensversicherung zur Absicherung eines Praxiskredits dient, kann die Versicherungssumme an die Bank abgetreten werden. Klären Sie die Konditionen im Detail.
  1. Nachversicherungsoptionen nutzen: Einige Verträge bieten die Möglichkeit, die Versicherungssumme ohne erneute Gesundheitsprüfung zu erhöhen – z. B. bei Geburt eines Kindes oder Praxisinvestition.
  1. Police sicher verwahren und Bezugsberechtigte informieren: Stellen Sie sicher, dass Ihre Familie weiß, wo die Police liegt und wie der Anspruch im Ernstfall geltend gemacht wird.

Typische Fehler

  • Versicherungssumme zu niedrig ansetzen: Wer nur die laufenden Haushaltskosten absichert, übersieht Praxiskredite und langfristige Familienversorgung.
  • Gesundheitsfragen nicht sorgfältig beantworten: Auch scheinbar unwichtige Vorerkrankungen müssen genannt werden; im Leistungsfall prüfen Versicherer die Krankenunterlagen rückwirkend.
  • Kein Angebots-Vergleich: Der günstigste Anbieter kann bei gleicher Leistung deutlich weniger kosten – ohne Vergleich zahlen viele Ärzte jahrelang zu viel.

Fazit

Eine Risikolebensversicherung ist günstiger und wichtiger als viele Ärzte denken. Sie schützt Familie und Praxis bei minimalem Prämienaufwand vor dem finanziellen Worst-Case. Ärzteversichert hilft Ihnen, das beste Angebot zu finden und die anonyme Voranfrage optimal zu gestalten. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.

Quellen

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