Für selbstständige Ärzte, die nicht in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen, ist die Rürup-Rente (Basisrente) nach § 10 EStG eine der steuerlich wirkungsvollsten Möglichkeiten zur Altersvorsorge. Beiträge sind bis zu hohen jährlichen Höchstgrenzen als Sonderausgaben absetzbar. Diese Checkliste führt Sie durch alle relevanten Entscheidungsschritte.
Die Checkliste
- Steuerlichen Nutzen berechnen: Rürup-Beiträge sind bis zu einem jährlichen Höchstbetrag (2026: ca. 29.344 Euro für Alleinstehende) als Sonderausgaben abziehbar. Lassen Sie Ihren Steuerberater den konkreten Steuervorteil für Ihre Einkommenssituation berechnen.
- Zusammenspiel mit Versorgungswerk prüfen: Beiträge zum Versorgungswerk werden auf den Sonderausgabenhöchstbetrag angerechnet. Ermitteln Sie, wie viel Spielraum noch für Rürup-Beiträge bleibt.
- Produkttyp wählen: Rürup-Verträge gibt es als klassische Rentenversicherung, fondsgebundene Variante oder Fondssparplan. Wählen Sie je nach Risikoneigung und Anlagehorizont.
- Kosten kritisch prüfen: Abschlusskosten, laufende Verwaltungskosten und bei fondsgebundenen Produkten die Fondsgebühren bestimmen die Nettorendite erheblich. Die Effektivkostenquote sollte unter 1,5 % liegen.
- Zertifizierung nach § 5a AltZertG prüfen: Nur zertifizierte Rürup-Verträge werden steuerlich anerkannt. Prüfen Sie, ob das Produkt die Zertifizierungsvoraussetzungen erfüllt.
- Berufsunfähigkeits-Zusatzversicherung prüfen: Einige Rürup-Tarife erlauben eine Kombination mit BU-Schutz. Diese Kombination sollte sorgfältig geprüft werden – oft ist ein separater BU-Vertrag sinnvoller.
- Nachgelagerte Besteuerung verstehen: Im Rentenalter werden Rürup-Renten vollständig versteuert. Berechnen Sie, wie hoch Ihre voraussichtliche Steuerbelastung im Ruhestand sein wird, um den Nettonutzen zu bewerten.
- Flexibilität beachten: Rürup-Verträge können nicht gekündigt oder beliehen werden – das Kapital ist bis zur Rente gebunden. Stellen Sie sicher, dass Sie ausreichend liquides Vermögen außerhalb des Vertrags aufgebaut haben.
- Hinterbliebenenschutz prüfen: Im Standard ist bei Rürup-Verträgen kein Todesfallschutz vorgesehen. Prüfen Sie, ob eine Rentengarantiezeit oder ein Hinterbliebenenschutz vereinbart werden sollte.
- Angebote vergleichen: Holen Sie mindestens drei Angebote verschiedener Anbieter ein und lassen Sie sich die Ablaufleistungen für verschiedene Szenarien zeigen.
Typische Fehler
- Nur den Steuervorteil sehen: Wer einen teuren oder schlecht performenden Rürup-Vertrag wählt, verliert durch Kosten mehr, als er durch Steuern spart.
- Flexibilitätsbedürfnis unterschätzen: Wer sein gesamtes Vorsorgebudget in den unflexiblen Rürup-Vertrag steckt, kann kurzfristigen Liquiditätsbedarf nicht decken.
- Keine unabhängige Beratung einholen: Bankberater und Versicherungsvertreter mit Provisioninteresse sind keine neutralen Berater für Rürup-Entscheidungen.
Fazit
Die Rürup-Rente ist für selbstständige Ärzte mit hohem Steuersatz ein attraktiver Baustein der Altersvorsorge – vorausgesetzt, das Produkt ist kostengünstig und qualitativ hochwertig. Ärzteversichert hilft Ihnen, die besten Rürup-Angebote neutral zu vergleichen. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.
Quellen
- BMF: § 10 EStG – Sonderausgabenabzug Basisrente
- Deutsche Rentenversicherung: Basisrente und Alterseinkünfte
- GDV: Rürup-Rente und Basisrentenprodukte
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