Die Telematikinfrastruktur (TI) ist das digitale Rückgrat des deutschen Gesundheitswesens. Vertragsärzte sind verpflichtet, sich anzuschließen und aktuelle Anwendungen wie eAU, eRezept und ePA zu nutzen. Wer den TI-Anschluss verzögert, riskiert Honorarabzüge. Diese Checkliste hilft Ihnen, den Anschluss strukturiert und vollständig umzusetzen.

Die Checkliste

  1. Anschlusspflicht und Fristen kennen: Informieren Sie sich bei Ihrer KV über aktuelle Fristen für den TI-Anschluss und die Einführung neuer Pflichtanwendungen (ePA 3.0, eRezept, DiGA). Verspätungen führen zu Honorarkürzungen.
  1. Zugelassenen TI-Anbieter (Konnektor-Hersteller) wählen: Nutzen Sie ausschließlich von der Gematik zugelassene Konnektoren und TI-Zugangspunkte. Eine Liste finden Sie auf der Gematik-Website.
  1. Elektronischen Heilberufsausweis (eHBA) beantragen: Der eHBA ist die persönliche digitale Identität des Arztes in der TI. Beantragen Sie ihn bei der Bundesdruckerei oder über Ihre Landesärztekammer.
  1. Praxisausweis (SMC-B) beantragen: Neben dem eHBA benötigt jede Praxis einen institutionellen Ausweis (SMC-B), der die Praxis als Einrichtung in der TI ausweist.
  1. Konnektor installieren lassen: Die Installation des Konnektors sollte durch einen zertifizierten TI-Techniker erfolgen. Klären Sie im Vorfeld, ob Ihr vorhandenes Netzwerk die Anforderungen erfüllt.
  1. PVS-Kompatibilität prüfen: Stellen Sie sicher, dass Ihr Praxisverwaltungssystem (PVS) TI-kompatibel ist und regelmäßig Updates für neue TI-Anwendungen erhält.
  1. eAU-Workflow einrichten: Die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU) wird direkt aus dem PVS über die TI übermittelt. Richten Sie den Workflow mit Ihrem PVS-Anbieter ein.
  1. eRezept-Funktionalität aktivieren: Das elektronische Rezept (eRezept) ist Pflicht. Schulen Sie Ihr Team im Umgang mit der eRezept-App und der Signatur über den eHBA.
  1. ePA-Anbindung vorbereiten: Die elektronische Patientenakte (ePA) ist für alle gesetzlich Versicherten verfügbar. Bereiten Sie Praxis und Personal auf den Umgang mit der ePA vor.
  1. IT-Sicherheitskonzept aktualisieren: Der TI-Anschluss erweitert die digitale Angriffsfläche der Praxis. Stellen Sie sicher, dass Ihr IT-Sicherheitskonzept und Ihre Cyberversicherung auf dem aktuellen Stand sind.

Typische Fehler

  • Konnektor-Ablaufdaten ignorieren: Konnektoren haben begrenzte Laufzeiten; ein abgelaufener Konnektor führt zur TI-Abkopplung und Honorarkürzung.
  • eHBA-Beantragung verzögern: Die Beantragung des eHBA kann mehrere Wochen dauern – beginnen Sie frühzeitig.
  • Mitarbeiterschulung vernachlässigen: Neue TI-Anwendungen funktionieren nur, wenn alle Praxismitarbeiter im Umgang damit geschult sind.

Fazit

Der TI-Anschluss ist Pflicht und gleichzeitig Chance für mehr Effizienz in der Praxis. Wer die Implementierung strukturiert angeht, vermeidet Honorarkürzungen und profitiert von digitalen Arbeitserleichterungen. Ärzteversichert empfiehlt, den TI-Anschluss mit einer Cyberversicherung zu kombinieren, die die erweiterten digitalen Risiken abdeckt. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.

Quellen

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