Ärzte verbringen viele Stunden täglich in der Praxis, aber auch im Privatleben – beim Sport, auf Reisen oder im Haushalt – lauern Unfallrisiken. Die gesetzliche Unfallversicherung schützt nur bei Arbeitsunfällen; private Unfälle sind davon ausgeschlossen. Eine private Unfallversicherung schließt diese Lücke und zahlt bei bleibenden Invaliditäten oder bestimmten Verletzungsfolgen. Diese Checkliste hilft Ihnen, Ihren Schutz zu überprüfen.

Die Checkliste

  1. Deckungslücken der gesetzlichen Unfallversicherung erkennen: Die gesetzliche Unfallversicherung (BG) greift nur bei Berufsunfällen und auf dem Weg zur Arbeit. Freizeit-, Sport- und Haushaltsunfälle sind nicht abgedeckt.
  1. Invaliditätsleistung ausreichend wählen: Die Kerngröße ist die Invaliditätssumme. Wählen Sie eine Grundsumme, die bei 100 % Invalidität Ihren Einkommensausfall langfristig kompensiert – für Ärzte oft 300.000–500.000 Euro.
  1. Progressive Staffelung prüfen: Eine Progression (z. B. 500 %) bedeutet, dass bei höherem Invaliditätsgrad überproportional mehr ausgezahlt wird. Dies ist für Ärzte sinnvoll, da Fingeramputationen oder Sehverlust die Berufsfähigkeit besonders stark beeinträchtigen.
  1. Todesfallleistung festlegen: Klären Sie, welche Todesfallleistung sinnvoll ist. Bei ausreichender Risikolebensversicherung kann diese niedrig angesetzt werden.
  1. Übergangsleistung einschließen: Eine Übergangsleistung wird ausgezahlt, wenn die Heilung länger als 6 Monate dauert – auch wenn keine bleibende Invalidität entsteht. Für Ärzte mit hohem Einkommensniveau ist dies wichtig.
  1. Krankenhaustagegeld und Genesungsgeld prüfen: Diese Leistungen können den finanziellen Druck nach einem stationären Aufenthalt abmildern. Prüfen Sie, ob sie sinnvoll in Ihren Schutz integriert sind.
  1. Berufsgruppe korrekt angeben: Ärzte gehören einer Berufsgruppe mit erhöhtem Nadel- und Schnittrisiko an. Stellen Sie sicher, dass der Tarif diese Berufsgruppe korrekt abbildet und nicht ausschließt.
  1. Weltweit-Schutz sicherstellen: Als Arzt reisen Sie möglicherweise zu Kongressen oder in Entwicklungsregionen. Stellen Sie sicher, dass der Unfallschutz weltweit gilt.
  1. Beitragsbefreiung bei Invalidität vereinbaren: Wenn Sie durch einen Unfall dauerhaft invalid werden, sollte die Versicherung die weiteren Prämien übernehmen.
  1. Bestehende Verträge prüfen und aktualisieren: Überprüfen Sie bestehende Unfallversicherungsverträge auf Aktualität der Summen und Konditionen. Viele ältere Verträge haben zu niedrige Invaliditätssummen.

Typische Fehler

  • Zu niedrige Invaliditätssumme: Ärzte mit hohem Einkommensniveau benötigen höhere Invaliditätssummen als Durchschnittsverdiener – bestehende Policen werden selten angepasst.
  • Keine Progression vereinbart: Ohne Progression ist die Leistung bei schwerer Beeinträchtigung (z. B. Verlust mehrerer Finger) unverhältnismäßig niedrig.
  • Berufsunfähigkeit mit Unfall verwechseln: Unfallversicherung zahlt nur bei unfallbedingten Körperschäden – Krankheiten sind nicht abgedeckt. Sie ersetzt keine Berufsunfähigkeitsversicherung.

Fazit

Eine gut kalibrierte private Unfallversicherung ist ein sinnvoller Baustein im Versicherungsportfolio eines Arztes – vor allem dann, wenn die BU-Versicherung Ausschlüsse bei bestimmten Erkrankungen hat. Ärzteversichert hilft Ihnen, Ihren Unfallschutz optimal aufzustellen. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.

Quellen

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