Ärzte verbringen viele Stunden täglich in der Praxis, aber auch im Privatleben – beim Sport, auf Reisen oder im Haushalt – lauern Unfallrisiken. Die gesetzliche Unfallversicherung schützt nur bei Arbeitsunfällen; private Unfälle sind davon ausgeschlossen. Eine private Unfallversicherung schließt diese Lücke und zahlt bei bleibenden Invaliditäten oder bestimmten Verletzungsfolgen. Diese Checkliste hilft Ihnen, Ihren Schutz zu überprüfen.
Die Checkliste
- Deckungslücken der gesetzlichen Unfallversicherung erkennen: Die gesetzliche Unfallversicherung (BG) greift nur bei Berufsunfällen und auf dem Weg zur Arbeit. Freizeit-, Sport- und Haushaltsunfälle sind nicht abgedeckt.
- Invaliditätsleistung ausreichend wählen: Die Kerngröße ist die Invaliditätssumme. Wählen Sie eine Grundsumme, die bei 100 % Invalidität Ihren Einkommensausfall langfristig kompensiert – für Ärzte oft 300.000–500.000 Euro.
- Progressive Staffelung prüfen: Eine Progression (z. B. 500 %) bedeutet, dass bei höherem Invaliditätsgrad überproportional mehr ausgezahlt wird. Dies ist für Ärzte sinnvoll, da Fingeramputationen oder Sehverlust die Berufsfähigkeit besonders stark beeinträchtigen.
- Todesfallleistung festlegen: Klären Sie, welche Todesfallleistung sinnvoll ist. Bei ausreichender Risikolebensversicherung kann diese niedrig angesetzt werden.
- Übergangsleistung einschließen: Eine Übergangsleistung wird ausgezahlt, wenn die Heilung länger als 6 Monate dauert – auch wenn keine bleibende Invalidität entsteht. Für Ärzte mit hohem Einkommensniveau ist dies wichtig.
- Krankenhaustagegeld und Genesungsgeld prüfen: Diese Leistungen können den finanziellen Druck nach einem stationären Aufenthalt abmildern. Prüfen Sie, ob sie sinnvoll in Ihren Schutz integriert sind.
- Berufsgruppe korrekt angeben: Ärzte gehören einer Berufsgruppe mit erhöhtem Nadel- und Schnittrisiko an. Stellen Sie sicher, dass der Tarif diese Berufsgruppe korrekt abbildet und nicht ausschließt.
- Weltweit-Schutz sicherstellen: Als Arzt reisen Sie möglicherweise zu Kongressen oder in Entwicklungsregionen. Stellen Sie sicher, dass der Unfallschutz weltweit gilt.
- Beitragsbefreiung bei Invalidität vereinbaren: Wenn Sie durch einen Unfall dauerhaft invalid werden, sollte die Versicherung die weiteren Prämien übernehmen.
- Bestehende Verträge prüfen und aktualisieren: Überprüfen Sie bestehende Unfallversicherungsverträge auf Aktualität der Summen und Konditionen. Viele ältere Verträge haben zu niedrige Invaliditätssummen.
Typische Fehler
- Zu niedrige Invaliditätssumme: Ärzte mit hohem Einkommensniveau benötigen höhere Invaliditätssummen als Durchschnittsverdiener – bestehende Policen werden selten angepasst.
- Keine Progression vereinbart: Ohne Progression ist die Leistung bei schwerer Beeinträchtigung (z. B. Verlust mehrerer Finger) unverhältnismäßig niedrig.
- Berufsunfähigkeit mit Unfall verwechseln: Unfallversicherung zahlt nur bei unfallbedingten Körperschäden – Krankheiten sind nicht abgedeckt. Sie ersetzt keine Berufsunfähigkeitsversicherung.
Fazit
Eine gut kalibrierte private Unfallversicherung ist ein sinnvoller Baustein im Versicherungsportfolio eines Arztes – vor allem dann, wenn die BU-Versicherung Ausschlüsse bei bestimmten Erkrankungen hat. Ärzteversichert hilft Ihnen, Ihren Unfallschutz optimal aufzustellen. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.
Quellen
- GDV: Private Unfallversicherung – Leistungen und Bedingungen
- VVG: Unfallversicherung im Versicherungsvertragsrecht
- Bundesärztekammer: Versicherungsschutz für Ärzte
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