Die Wirtschaftlichkeitsprüfung durch die Kassenärztliche Vereinigung kann zu erheblichen Regressforderungen führen, wenn ein Arzt im Vergleich zu seiner Fachgruppe auffällig hohe Verordnungs- oder Behandlungskosten aufweist. Eine sorgfältige Vorbereitung, eine vollständige Dokumentation und eine sachgerechte Begründung von Mehraufwendungen sind entscheidend, um Regressverfahren zu entkräften. Diese Checkliste hilft, sich gezielt auf eine Wirtschaftlichkeitsprüfung vorzubereiten.

Checkliste: Wirtschaftlichkeitsprüfung vorbereiten

  • [ ] Verordnungsquoten und Behandlungskosten regelmäßig mit den Fachgruppenwerten der KV vergleichen
  • [ ] Praxisbesonderheiten (überdurchschnittlich krankes Patientengut, spezielle Behandlungsschwerpunkte) dokumentieren
  • [ ] Begründungen für Mehrverordnungen patientenindividuell in der Dokumentation festhalten
  • [ ] Verordnungsdaten der letzten vier Quartale vollständig archivieren
  • [ ] Fachanwalt für Arztrecht oder KV-Berater für eventuelle Widerspruchsverfahren vormerken
  • [ ] Abrechnungsstatistik auf statistische Ausreißer prüfen und Ursachen nachvollziehbar erklären
  • [ ] Aktuelle Praxisstruktur (Patientenmix, Schwerpunkte) gegenüber der KV kommunizieren
  • [ ] Widerspruchsfristen bei Regressbescheiden kennen und im Falle eines Bescheids sofort einhalten

Hinweise zur Umsetzung

Praxisbesonderheiten wie ein überdurchschnittlicher Anteil multimorbider Patienten oder die Versorgung einer speziellen Patientengruppe können statistische Abweichungen erklären, müssen aber gegenüber den Prüfgremien belegt werden. Wer seine Patientenstruktur kontinuierlich dokumentiert und Mehrverordnungen im Einzelfall begründet, ist bei einem Regressverfahren deutlich besser aufgestellt. Eine proaktive Kommunikation mit der KV bereits im Vorfeld eines Verfahrens kann Regressdrohungen oft abwenden.

Ärzteversichert empfiehlt, im Zusammenhang mit Wirtschaftlichkeitsprüfungen auch die Rechtsschutzversicherung für Ärzte zu überprüfen. Regressverfahren können sich über mehrere Instanzen hinziehen und erhebliche Kosten für Rechtsanwalt und Gutachter verursachen. Eine Rechtsschutzversicherung, die Vertragsarztrecht abdeckt, schützt vor diesen Kosten und ermöglicht eine sachgerechte Verteidigung.

Quellen und weiterführende Informationen

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