Deutschland ist zunehmend auf ausländische Ärzte angewiesen, um die Versorgungslücken im Gesundheitssystem zu schließen. Die Zahl der berufstätigen Ärzte mit ausländischer Approbation ist in den letzten fünf Jahren um 22 % gestiegen. Dennoch bleiben bürokratische Hürden bei der Anerkennung ausländischer Abschlüsse ein zentrales Problem. Stand: April 2026.

Ärzte mit ausländischer Approbation in Deutschland 2025

KriteriumWertQuelle
Berufstätige Ärzte mit ausländischer Approbation57.800BÄK Ärztestatistik 2025
Anteil an allen berufstätigen Ärzten13,9 %BÄK 2025
Neuerteilungen Approbation (2024)7.200Statistisches Bundesamt
Davon EU/EWR-Absolventen3.100 (43 %)BÄK
Davon Drittstaaten-Absolventen4.100 (57 %)BÄK
Ø Dauer Anerkennungsverfahren (EU)3–6 MonateErfahrungswerte
Ø Dauer Anerkennungsverfahren (Drittstaat)12–24 MonateErfahrungswerte
Kenntnisprüfung bestanden (Erstversuch)ca. 72 %Länderbehörden

Top-Herkunftsländer ausländischer Ärzte in Deutschland 2024

HerkunftslandAnzahl tätig in DAnteil
Rumänien8.20014,2 %
Griechenland7.10012,3 %
Syrien5.80010,0 %
Ukraine4.1007,1 %
Österreich3.6006,2 %
Türkei2.9005,0 %
Polen2.7004,7 %
Iran2.4004,2 %

Einordnung

Der starke Anstieg syrischer Ärzte seit 2015 und ukrainischer Ärzte seit 2022 zeigt, wie humanitäre Krisen zur medizinischen Fachkräftezuwanderung beitragen. Diese Ärzte arbeiten überwiegend in Krankenhäusern und in unterversorgten Regionen, da niedergelassene Ärzte mit ausländischem Abschluss oft längere Anerkennungszeiten haben.

Besonders die Kenntnisprüfung für Drittstaaten-Absolventen ist ein erhebliches Nadelöhr: Rund 28 % scheitern im ersten Versuch, was die Versorgung verzögert. Mehrere Bundesländer haben die Verfahren beschleunigt, aber Standards und Bearbeitungszeiten variieren stark.

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Methodik / Datengrundlage

Die Daten entstammen der Ärztestatistik der Bundesärztekammer 2025, dem Statistischen Bundesamt sowie Berichten der Landesgesundheitsministerien. Herkunftslandzuordnungen beziehen sich auf den Ort des Hochschulabschlusses, nicht auf die Staatsangehörigkeit.

In der Beratungspraxis von Ärzteversichert zeigt sich, dass ausländische Ärzte häufig schlechtere Kenntnisse über das deutsche Versicherungssystem haben und deshalb bei Haftpflicht und Berufsunfähigkeitsschutz unterversichert sind.

Quellen und weiterführende Informationen

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