Altersrückstellungen sind das entscheidende Instrument der PKV, um Beitragsstabilität im Alter zu gewährleisten. Im Gegensatz zur GKV (Umlageverfahren) spart die PKV kapitalgedeckt für jeden Versicherten einen individuellen Kapitalstock an. Dieser Kapitalstock ist nicht übertragbar auf andere Versicherer und ist ein zentrales Argument für die frühzeitige PKV-Mitgliedschaft. Stand: April 2026.

PKV-Altersrückstellungen: Entwicklung und Kennzahlen

JahrGesamtbestand (Mrd. €)Ø pro VersichertemZinssatz (Rechnungsgrundlage)
2000589.200 €3,5 %
20059513.500 €3,5 %
201014019.800 €3,5 % (ab 2012: 3,0 %)
201519527.500 €3,0 %
202026534.200 €2,75 %
202330537.000 €2,5 %
202532038.000 €2,5 %
2030 (Prognose)37043.000 €2,0–2,5 %
2040 (Prognose)43049.000 €2,0 %

Wirkung auf den Beitrag im Alter

AltersgruppeBeitrag ohne Rückstellung (Schätzung)Tatsächlicher Beitrag (Schätzung)Rückstellungsnutzen
60–65 Jahreca. 850 €/Monat620–750 €/Monat100–230 €/Monat
65–70 Jahreca. 1.100 €/Monat700–850 €/Monat250–400 €/Monat
70–80 Jahreca. 1.400 €/Monat800–1.000 €/Monat400–600 €/Monat

Einordnung

Die Altersrückstellungen stellen das Hauptargument für die PKV gegenüber der GKV im höheren Lebensalter dar. Da die GKV keine Rückstellungen bildet, steigen GKV-Beiträge im Alter mit dem Beitragssatz des Gesamtsystems. PKV-Versicherte profitieren hingegen von angesammelten Kapitalreserven, die die Beitragssteigerungen im Alter dämpfen.

Allerdings sind die Rückstellungen nicht portierbar: Wer die PKV verlässt, verliert seine aufgebauten Rückstellungen (außer beim Wechsel innerhalb der PKV nach § 204 VVG oder beim Portabilitätskontingent nach § 204a VVG). Dies ist der wichtigste Lock-in-Effekt der PKV.

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Methodik / Datengrundlage

Die Zahlen basieren auf dem PKV-Jahrbuch des Verbands der Privaten Krankenversicherung (PKV-Verband), BaFin-Statistiken sowie Prognosen des Wissenschaftlichen Instituts der PKV (WIP). Prognosewerte für 2030 und 2040 gehen von einer Fortschreibung aktueller Trends aus und sind mit erheblicher Unsicherheit behaftet.

In der Beratungspraxis von Ärzteversichert zeigt sich, dass Ärzte, die erwägen, in die GKV zu wechseln, die verlorenen Altersrückstellungen oft unterschätzen. Bei einem 45-jährigen Arzt mit 30.000 Euro angesammelten Rückstellungen entspricht das einem Barwert-Verlust von mehreren Zehntausend Euro.

Quellen und weiterführende Informationen

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