Erstmals überschreitet der Frauenanteil unter berufstätigen Ärzten in Deutschland die 50-Prozent-Marke. Die Feminisierung der Medizin ist ein langfristiger Trend mit erheblichen Auswirkungen auf Arbeitsmodelle, Teilzeitquoten und die Struktur der medizinischen Versorgung. Die Verteilung nach Fachrichtungen ist jedoch sehr ungleich. Stand: April 2026.

Anteil Ärztinnen nach Fachrichtung 2025

FachrichtungAnteil ÄrztinnenVeränderung seit 2015
Gynäkologie und Geburtshilfe67,2 %+8,5 PP
Kinder- und Jugendmedizin63,8 %+7,2 PP
Dermatologie61,4 %+9,1 PP
Psychiatrie und Psychotherapie58,9 %+6,8 PP
Allgemeinmedizin53,1 %+5,9 PP
Innere Medizin48,2 %+7,3 PP
HNO-Heilkunde45,8 %+8,0 PP
Pathologie44,6 %+6,4 PP
Augenheilkunde52,3 %+7,1 PP
Anästhesiologie43,7 %+5,8 PP
Radiologie40,5 %+6,2 PP
Orthopädie und Unfallchirurgie28,4 %+6,9 PP
Neurochirurgie24,8 %+5,4 PP
Chirurgie (Allgemein)22,1 %+5,8 PP
Gesamt alle Fachrichtungen50,2 %+6,2 PP

Frauenanteil nach Berufsstatus

BerufsstatusFrauenanteil 2025Frauenanteil 2015
Insgesamt berufstätig50,2 %44,0 %
Niedergelassen44,8 %37,2 %
Angestellt in Klinik53,4 %46,1 %
Leitende Position (Chefarzt/-ärztin)24,3 %15,8 %

Einordnung

Die Medizin wird weiblicher, aber die Führungsebene hinkt hinterher: Während über die Hälfte der Klinikärzte Frauen sind, sind nur rund 24 % der Chefarztstellen weiblich besetzt. Diese Lücke schließt sich langsam, aber nicht schnell genug. In der Niederlassung liegt der Frauenanteil noch unter dem Durchschnitt, was auf Vereinbarkeitsprobleme und die Risikoscheu bei hohen Investitionen (Praxiskauf) hindeutet.

Die Fachrichtungswahl ist weiterhin stark geschlechtsspezifisch: Chirurgische Fächer werden deutlich seltener von Ärztinnen gewählt, was mit körperlichen Anforderungen, Dienststrukturen und dem historisch männlich geprägten Kollegium zusammenhängt.

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Methodik / Datengrundlage

Die Daten entstammen der Ärztestatistik der Bundesärztekammer 2025. Berechnungsbasis sind alle bei einer Landesärztekammer eingeschriebenen berufstätigen Ärztinnen und Ärzte zum 31.12.2024. Prozentzahlen auf 0,1 % gerundet.

In der Beratungspraxis von Ärzteversichert zeigt sich, dass Ärztinnen seltener eigenständig Versicherungsverträge abschließen und häufiger auf den Partner verweisen. Eine eigenständige Absicherung, insbesondere BU und Haftpflicht, ist unabhängig vom Beschäftigungsmodell unverzichtbar.

Quellen und weiterführende Informationen

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