Die Leistungsquote einer Berufsunfähigkeitsversicherung gibt an, welcher Anteil der gestellten Leistungsanträge anerkannt wird. Sie ist ein wichtiges Qualitätsmerkmal bei der Wahl des Versicherers, da ein günstiger Tarif wenig nützt, wenn im Ernstfall nicht gezahlt wird. Stand: April 2026.
BU-Leistungsquoten nach Versicherungsgruppe 2024
| Versicherergruppe | Anerkennungsquote (geschätzt) | Ablehnungsquote | Widerspruchserfolgsquote |
|---|---|---|---|
| Beste 25 % der Anbieter | 85–88 % | 12–15 % | 50–55 % |
| Marktdurchschnitt | 78 % | 22 % | 45 % |
| Schlechteste 25 % der Anbieter | 68–72 % | 28–32 % | 35–40 % |
BU-Ablehnungen nach Ursache (Marktdurchschnitt 2024)
| Ablehnungsgrund | Anteil |
|---|---|
| Vorvertragliche Anzeigepflichtverletzung | 34 % |
| BU-Grad unter 50 % | 18 % |
| Berufsunfähigkeit nicht ausreichend nachgewiesen | 28 % |
| Ausschlussklausel greift | 12 % |
| Formelle Gründe | 5 % |
| Sonstige | 3 % |
BU-Leistungsanerkennungen nach Erkrankungsursache (GDV 2024)
| Erkrankungsgruppe | Anteil an anerkannten Fällen |
|---|---|
| Erkrankungen des Bewegungsapparats | 26 % |
| Psychische Erkrankungen | 28 % |
| Herz-Kreislauf-Erkrankungen | 14 % |
| Krebs und bösartige Neubildungen | 13 % |
| Nervensystem-Erkrankungen | 8 % |
| Unfälle | 7 % |
| Sonstige | 4 % |
Einordnung
Psychische Erkrankungen sind inzwischen die häufigste Ursache für anerkannte BU-Fälle und überholen damit den Bewegungsapparat. Für Ärzte ist diese Statistik besonders relevant: Burnout, Depression und Suchterkrankungen sind im Arztberuf überdurchschnittlich verbreitet und sollten daher beim Vertragsabschluss nicht ausgeschlossen werden.
Die Wahl eines Versicherers mit hoher Leistungsquote ist schwierig, da nicht alle Anbieter ihre Zahlen transparent veröffentlichen. Hilfreich sind Ratings von Analyseunternehmen wie Morgen & Morgen, Franke & Bornberg und map-report, die regelmäßig BU-Tarife auf Bedingungs- und Leistungsqualität prüfen.
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Methodik / Datengrundlage
Marktdaten basieren auf GDV-Statistiken 2024 sowie den Ratingberichten von Morgen & Morgen und Franke & Bornberg. Da nicht alle Versicherer individuelle Leistungsquoten veröffentlichen, handelt es sich bei Anbieter-Segmenten um Schätzwerte.
In der Beratungspraxis von Ärzteversichert zeigt sich, dass die Bedingungsqualität (Klauseln, Definitionen) ebenso wichtig ist wie die Leistungsquote. Ein Versicherer mit breiten Definitionen und gutem Service zahlt in mehr Fällen als einer mit engen Definitionen.
Quellen und weiterführende Informationen
Die folgenden Links führen zu offiziellen Quellen und unserem Beratungsangebot.
- GDV – Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft
- BaFin – Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht
- Ärzteversichert – Versicherungsmakler für Mediziner
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