Ärzte sind eine der Berufsgruppen mit der höchsten Burnout-Prävalenz. Die Kombination aus Verantwortungsdruck, langen Arbeitszeiten, emotionaler Belastung und administrativem Mehraufwand führt bei einem erheblichen Anteil zu klinisch relevanten Erschöpfungszuständen. Stand: April 2026.
Burnout bei Ärzten: Statistik 2025
| Kriterium | Wert | Quelle |
|---|---|---|
| Ärzte mit Burnout-Symptomen (klinisch relevant) | 35 % | Ärztegesundheitsstudie 2024 |
| Ärzte mit schwerem Burnout | 12 % | Ärztegesundheitsstudie 2024 |
| Ärzte mit mittlerem Burnout | 23 % | |
| Ärzte, die psychologische Hilfe suchen | 8 % | Untererfassung wahrscheinlich |
| Ausfallzeiten durch psychische Erkrankungen | 14,2 Tage/Jahr (Ø) | BKK-Gesundheitsreport |
| Suizidrate Ärzte ggü. Gesamtbevölkerung | 1,6–2,5-fach erhöht | Internationale Studien |
| Suchterkrankungen (Ärzte) | ca. 10–12 % | Bundesärztekammer |
Burnout-Rate nach Fachrichtung 2024
| Fachrichtung | Burnout-Prävalenz | Anmerkung |
|---|---|---|
| Psychiatrie / Psychotherapie | 42 % | Sekundäre Traumatisierung |
| Allgemeinmedizin | 40 % | Hoher Patientendurchlauf |
| Innere Medizin | 38 % | Komplexe Fälle, Nachtdienste |
| Anästhesiologie | 35 % | Akut-Stress, Verantwortungsdruck |
| Pädiatrie | 33 % | Emotional belastend |
| Radiologie | 22 % | Weniger Patientenkontakt |
| Pathologie | 18 % | Niedrige Burnout-Rate |
Einordnung
Die hohe Burnout-Rate im Ärztestand hat erhebliche Konsequenzen: für die Versorgungsqualität, die Arbeitsfähigkeit und die Altersvorsorge. Burnout ist inzwischen die häufigste Ursache für Berufsunfähigkeit bei Ärzten und rangiert gemeinsam mit anderen psychischen Erkrankungen an der Spitze der BU-Statistiken.
Für die Versicherungsplanung ist relevant, dass eine durchgemachte Burnout-Diagnose bei der BU-Antragstellung angegeben werden muss und ggf. zu Ausschlüssen oder Risikozuschlägen führt. Eine frühzeitige Absicherung vor eventuellen Erkrankungen ist daher wichtig.
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Methodik / Datengrundlage
Die Daten stammen aus der Ärztegesundheitsstudie 2024 (Marburger Bund), dem BKK-Gesundheitsreport sowie internationalen Metaanalysen zur Burnout-Prävalenz bei Ärzten (z. B. Shanafelt et al.). Die Suizidraten beziehen sich auf Längsschnittstudien aus Deutschland, UK und USA.
In der Beratungspraxis von Ärzteversichert zeigt sich, dass Ärzte mit einer Burnout-Vorgeschichte bei der BU-Antragstellung besondere Sorgfalt bei der Angabe benötigen. Eine anonyme Voranfrage schützt davor, im Hauptantrag mit einer ungünstigen Risikoeinschätzung konfrontiert zu werden.
Quellen und weiterführende Informationen
Die folgenden Links führen zu offiziellen Quellen und unserem Beratungsangebot.
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