Chefärzte gehören zu den bestbezahlten Ärzten in Deutschland. Die Vergütungsstruktur besteht aus einem vertraglich geregelten Fixgehalt und variablen Anteilen, die an Qualitätsziele, Umsatz oder Fallzahlen geknüpft sind. In vielen Häusern kommt das Liquidationsrecht für privatärztliche Wahlleistungen hinzu. Stand: April 2026.

Chefarzt-Vergütung nach Fachgebiet und Klinikgröße 2026

FachgebietFixgehalt/JahrVariable AnteileLiquidationsrechtGesamt (Richtwert)
Chirurgie (Maximalversorger)280.000–350.000 €50.000–120.000 €Ja330.000–470.000 €
Innere Medizin (Maximalversorger)240.000–300.000 €40.000–90.000 €Ja280.000–390.000 €
Gynäkologie / Geburtshilfe250.000–320.000 €40.000–100.000 €Ja290.000–420.000 €
Neurologie230.000–290.000 €30.000–80.000 €Ja260.000–370.000 €
Anästhesiologie220.000–280.000 €30.000–70.000 €Eingeschränkt250.000–350.000 €
Radiologie250.000–320.000 €35.000–85.000 €Eingeschränkt285.000–405.000 €
Mittleres Haus (200–400 Betten)180.000–240.000 €20.000–60.000 €Ja200.000–300.000 €
Kleines Krankenhaus (< 200 Betten)160.000–200.000 €10.000–40.000 €Eingeschränkt170.000–240.000 €

Vergütungsbestandteile im Detail

BestandteilBeschreibungSteuerliche Behandlung
FixgehaltMonatliches GrundgehaltLohnsteuerpflichtig
Umsatz-/Leistungsbonus% des KlinikumsatzesLohnsteuerpflichtig
QualitätsbonusZielvereinbarung PatientenzufriedenheitLohnsteuerpflichtig
LiquidationsrechtPrivatpatientenliquidation (GOÄ)Einkünfte aus selbst. Tätigkeit
PoolbeteiligungAnteil am gemeinsamen LiquidationspoolEinkünfte aus selbst. Tätigkeit
DienstwagenVertraglich geregelt1-%-Regelung oder Fahrtenbuch

Einordnung

Das Liquidationsrecht ist in Chefarztverträgen der private Einkommensturbo: Viele Chefärzte verdienen durch die GOÄ-Abrechnung bei Privatpatienten mehr als durch ihr Fixgehalt. Allerdings ist das Liquidationsrecht nicht überall Standard. Neuere Chefarztverträge ersetzen es zunehmend durch erhöhte Fixgehälter, was zu mehr Planbarkeit, aber geringerem Gesamtpotenzial führt.

Steuerlich werden Liquidationseinnahmen als Einkünfte aus selbstständiger Tätigkeit behandelt und müssen separat versteuert werden. Dies erfordert eine getrennte Buchführung und eine jährliche Einkommensteuererklärung mit Anlage S.

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Methodik / Datengrundlage

Die Vergütungsangaben basieren auf Chefarztvertrags-Analysen der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Gehaltserhebungen von Klinikmanagement-Beratungen und apoBank-Studien (Stand: 2025/2026). Individuelle Verträge können erheblich abweichen.

In der Beratungspraxis von Ärzteversichert zeigt sich, dass Chefärzte mit Liquidationsrecht häufig unzureichende Berufshaftpflicht für ihre privatärztliche Tätigkeit haben. Die Klinikpolice deckt Liquidationsleistungen oft nicht vollständig ab.

Quellen und weiterführende Informationen

Die folgenden Links führen zu offiziellen Quellen und unserem Beratungsangebot.

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