Die elektronische Patientenakte (ePA) wurde ab Januar 2025 für alle GKV-Versicherten automatisch angelegt (Opt-out-Modell). Seitdem hat sich die Verbreitung stark erhöht. Für Arztpraxen bedeutet dies neue Dokumentationspflichten und Datenzugriffsmöglichkeiten. Stand: April 2026.

ePA-Nutzungsstatistik Q1 2026

| Kennzahl | Wert | Quelle |

|----------|------|--------|

| ePA-Accounts angelegt (GKV, gesamt) | ca. 42 Mio. | gematik / GKV-SV Q1 2026 |

| Davon aktiv genutzt (Dokumente vorhanden) | ca. 65 % = 27 Mio. | gematik-Schätzung |

| Widerspruch (Opt-out) eingelegt | ca. 8 % = 3,4 Mio. | GKV-SV 2025 |

| Praxen mit ePA-Lesezugriff eingerichtet | > 95 % aller KV-Praxen | KBV 2026 |

| Krankenhäuser mit ePA-Schreibzugang | ca. 88 % | DKG 2025 |

| ePA-Dokumente gesamt (März 2026) | ca. 180 Mio. | gematik 2026 |

| Häufigster Dokumenttyp: Befundberichte | ca. 42 % | gematik 2026 |

| Häufigster Dokumenttyp: Medikamentenliste | ca. 28 % | gematik 2026 |

Einordnung

Das Opt-out-Modell hat die ePA-Verbreitung massiv beschleunigt; das freiwillige Modell der Vorjahre hatte nur 650.000 Nutzer erreicht. Für Arztpraxen ergeben sich neue Abläufe: Beim Erstkontakt muss der Dokumentenzugriff organisiert, ggf. Widersprüche beachtet und relevante Befunde in die ePA übertragen werden.

Datenschutzrechtlich sind strenge Protokollierungspflichten zu beachten. Jeder Zugriff auf die ePA muss dokumentiert werden; unbefugte Zugriffe können DSGVO-Bußgelder auslösen. In der Beratungspraxis von Ärzteversichert zeigt sich, dass Praxen die TI-Infrastrukturkosten und der Zeitaufwand für ePA-bezogene Workflows im Praxisbudget häufig noch nicht vollständig eingeplant haben.

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Methodik / Datengrundlage

Nutzungsdaten stammen aus gematik-Dashboard-Berichten (Q1 2026), GKV-Spitzenverbands-Pressemitteilungen und KBV-Infrastrukturberichten. Aktivierungsraten sind Schätzungen auf Basis vorhandener Dokumentenzahlen.

Quellen und weiterführende Informationen

Die folgenden Links führen zu offiziellen Quellen und unserem Beratungsangebot.

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