Die elektronische Patientenakte (ePA) wurde zum 15. Januar 2025 flächendeckend für alle GKV-Versicherten eingeführt (ePA für alle, Opt-out-Modell). Seitdem wird sie automatisch für alle Versicherten angelegt, es sei denn, sie widersprechen aktiv. Die tatsächliche Nutzung durch Versicherte und die aktive Befüllung durch Arztpraxen entwickeln sich schrittweise. Stand: April 2026 liegen erste belastbare Nutzungsdaten vor.

ePA-Nutzungsstatistik 2026

IndikatorWertZeitraumQuelle
GKV-Versicherte mit angelegter ePA (gesamt)ca. 62–65 Mio.Q1 2026gematik ePA-Dashboard 2026
Anteil Versicherte mit Opt-out (Widerspruch)ca. 3–5 %Q1 2026gematik 2026
Versicherte, die ePA aktiv nutzen (aufrufen)ca. 12–18 %Q1 2026gematik, Krankenkassenbefragungen
Praxen mit aktiver ePA-Befüllungca. 55–60 % der KV-PraxenQ1 2026KBV Telematik-Monitor 2026
Befüllte Dokumente je aktiver ePA (Ø)ca. 4–8 DokumenteQ1 2026gematik-Auswertung 2026
Häufigste Dokumentenart in ePAMedikamentenliste, ArztbriefeQ1 2026gematik 2026
Aktionsplan Befüllung (ePA-Befüllungspauschale GOP 01648)0,20 € je Befüllungab Q1 2026EBM 2026

Nutzung nach Fachgruppe (Praxisseitige Befüllung)

FachgruppeBefüllungsquote (Schätzung Q1 2026)Quelle
Allgemeinmedizinca. 65–70 %KBV Telematik-Monitor 2026
Innere Medizinca. 55–65 %KBV Telematik-Monitor 2026
Psychiatrie/Neurologieca. 45–55 %KBV Telematik-Monitor 2026
Chirurgie/Orthopädieca. 40–50 %KBV Telematik-Monitor 2026
Zahnmedizinca. 30–40 %KZBV-Statistik 2026

Einordnung

Die ePA ist mit 62–65 Mio. angelegten Akten flächendeckend verfügbar, aber die aktive Nutzung bleibt hinter den Erwartungen zurück. Nur etwa 12–18 % der Versicherten rufen ihre ePA aktiv ab. Die praxisseitige Befüllung steigt stetig an, wird aber durch technische Hürden (PVS-Integration, Arbeitsaufwand) gebremst. Die neue Befüllungspauschale (GOP 01648) setzt einen finanziellen Anreiz für mehr Engagement.

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Methodik / Datengrundlage

Daten basieren auf dem gematik ePA-Dashboard (Stand Q1 2026), dem KBV-Telematik-Monitor 2026 und Befragungen der GKV-Spitzenverbände. Da die ePA noch eine junge Infrastruktur ist, sind einige Werte vorläufig und werden fortlaufend aktualisiert.

In der Beratungspraxis von Ärzteversichert zeigt sich, dass Ärzte die ePA als zusätzlichen Dokumentationsaufwand wahrnehmen, der bisher nicht ausreichend vergütet wird, was die aktive Befüllungsbereitschaft dämpft.

Quellen und weiterführende Informationen

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