Der Ärztemangel in Deutschland ist kein Zukunftsproblem mehr, sondern bereits jetzt in vielen Regionen und Fachgebieten spürbar. Die demografische Entwicklung der Ärzteschaft, der steigende Versorgungsbedarf einer alternden Bevölkerung und der Trend zur Anstellung statt Niederlassung verschärfen die Situation. Stand: April 2026 zeigen aktuelle KBV-Prognosen und Studien der Bundesärztekammer ein besorgniserregendes Bild für das Jahr 2035.

Fachkräftemangel Ärzte: Prognosedaten bis 2035

IndikatorWert 2026 (Ist)Prognose 2035Quelle
Niedergelassene Ärzte gesamt (Deutschland)ca. 169.000ca. 148.000–155.000 (ohne Gegenmaßnahmen)KBV Bedarfsplanung 2025
Prognostizierte Fehlstellen gesamtca. 7.000 (2026)ca. 35.000–50.000 (2035)KBV, Bundesärztekammer 2025
Ärzte im Rentenalter (über 65 J.)ca. 25 % der Niedergelassenenüber 35 % bis 2030Bundesärztekammer Ärztestatistik 2024
Studienabsolventen Medizin (jährlich)ca. 10.500ähnlich (Kapazitätsgrenze)Hochschulrektorenkonferenz 2025
Unterversorgte Planungsbereicheca. 380 von ca. 3.200ca. 700–900 (Prognose)KBV Bedarfsplanung 2025
Hausärzte: Fehlstellen 2035 (Prognose)ca. 3.000 (aktuell)ca. 20.000–25.000KBV Versorgungsatlas 2025

Besonders betroffene Fachgebiete und Regionen

Fachgebiet / RegionAktuelle SituationPrognose bis 2035Quelle
Allgemeinmedizin (ländlich)schon jetzt kritischstark unterversorgtKBV 2025
Kindermedizin (ambulant)Wartezeiten 2–4 WochenVerschlechterung erwartetKBV 2025
Psychiatrie (ambulant)Wartezeiten 6–12 Wochendeutliche LückenBundesärztekammer 2024
Neue Bundesländer (gesamt)20–30 % weniger Ärzte/100.000 EW vs. Westenweiter sinkendIGES-Gutachten 2024
Ländliche Regionen generellbereits 50 % mit Unterversorgungsrisikoca. 65 % bis 2035KBV, Zi 2025

Einordnung

Der Ärztemangel schafft für Praxisinhaber paradoxerweise günstige Bedingungen: Wer heute eine Praxis in unterversorgtem Gebiet eröffnet, profitiert von hohem Patientenandrang, regionaler Förderung und Nachfolgeprämien der KVen. Gleichzeitig erhöht die Arbeitsbelastung das individuelle Berufsunfähigkeitsrisiko. Eine solide Absicherung durch BU-Versicherung ist deshalb besonders für stark ausgelastete Ärzte in Mangelregionen wichtig.

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Methodik / Datengrundlage

Prognosedaten basieren auf dem KBV-Versorgungsatlas 2025, der Ärztestatistik der Bundesärztekammer 2024, dem IGES-Gutachten zum Ärztemangel (2024) sowie dem Zi-Praxis-Panel. Prognosezahlen für 2035 sind Szenarien ohne politische Gegenmaßnahmen; Maßnahmen wie Landarztquoten und Niederlassungsförderungen können die Entwicklung abmildern.

In der Beratungspraxis von Ärzteversichert zeigt sich, dass Ärzte in unterversorgten Regionen häufig überdurchschnittlich lange Arbeitszeiten haben und entsprechend ein erhöhtes Burnout- und BU-Risiko tragen, ohne ihre Absicherung entsprechend angepasst zu haben.

Quellen und weiterführende Informationen

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