Ein Family Office bündelt Vermögensverwaltung, Steuerberatung, Nachfolgeplanung und Versicherungsmanagement unter einem Dach. Für Ärzte mit erheblichem Privatvermögen stellt sich die Frage, ab welchem Betrag sich die laufenden Kosten rechnen. Stand: April 2026.

Family-Office-Kosten nach Vermögensstufe 2026

ModellMindest­vermögenLaufende Kosten p. a.Typische Leistungen
Digitales Multi-Family-Office (Robo-basiert)ab 250.000 €0,3–0,6 % des VermögensPortfolioverwaltung, Reporting
Multi-Family-Office (MFO, klassisch)ab 1 Mio. €0,5–1,0 % des VermögensVermögensverwaltung, Steuerkoordination
Unabhängiges MFO (Premium)ab 3 Mio. €0,7–1,2 % des VermögensVollservice inkl. Nachfolge, Stiftung, Versicherung
Single-Family-Office (SFO, eigene Gesellschaft)ab 30 Mio. €0,3–0,8 % (intern)Alles intern, eigene Mitarbeiter
Bankgebundenes Family-Office-Mandatab 2 Mio. €1,0–1,5 % des VermögensVerwaltung, Reporting, Bankprodukte
Honorar-basiertes Beratungsmandatab 500.000 €5.000–25.000 € Fixum/JahrUnabhängige Beratung ohne Produktverkauf

Quelle: Branchenschätzungen auf Basis von Angaben des Verbands unabhängiger Vermögensverwalter (VuV) und öffentlich zugänglicher Anbieter-Konditionen 2025/2026.

Einordnung

Die Schwelle für ein klassisches Multi-Family-Office liegt in der Praxis zwischen 1 und 3 Millionen Euro Finanzvermögen; darunter übersteigen die Fixkosten häufig den Mehrwert gegenüber einer guten Einzelberatung. Für Ärzte ab 3 Millionen Euro liquiden Vermögens ist ein MFO-Mandat dagegen oft günstiger als die Summe aus separatem Steuerberater, Vermögensverwalter und Versicherungsmakler. Ein Single-Family-Office rechnet sich erst ab etwa 30 Millionen Euro, da allein die Personalkosten für einen qualifizierten Investment-Manager 150.000–250.000 € pro Jahr betragen.

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Methodik / Datengrundlage

Die Kostensätze wurden aus öffentlich zugänglichen Angaben von Family-Office-Anbietern, Verbandsveröffentlichungen des VuV sowie Fachpublikationen des Deutschen Instituts für Family Office (DIFO, Stand 2025) abgeleitet. Individuelle Konditionen weichen je nach Anbieter und Verhandlungsposition erheblich ab.

In der Beratungspraxis von Ärzteversichert zeigt sich, dass Ärzte ab Mitte 40 mit wachsendem Praxisvermögen zunehmend nach integrierten Lösungen fragen, aber oft unterschätzen, dass schon ein honorarbasiertes Beratungsmandat ab 500.000 € deutliche Synergieeffekte erzeugen kann.

Quellen und weiterführende Informationen

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